Deutsches Museum in München Sanierungskosten steigen auf 745 Millionen Euro

Es ist ein Besuchermagnet: Das Deutsche Museum für Wissenschaft und Technik in München wird generalsaniert. Dafür mussten nun 300 Millionen Euro zusätzlich bewilligt werden.

Deutsches Museum (Luftaufnahme): Kritik vom Bund der Steuerzahler
Angelika Warmuth/ DPA

Deutsches Museum (Luftaufnahme): Kritik vom Bund der Steuerzahler


Die Kosten für die Sanierung des Deutschen Museums in München steigen auf 745 Millionen Euro. Bund und Freistaat bewilligten 300 zusätzliche Millionen, wie das bayerische Wissenschaftsministerium am Freitag in München mitteilte. Bislang waren schon 445 Millionen Euro für die Generalsanierung bereitgestellt worden.

Erst im Oktober hatte der Bund der Steuerzahler die Sanierung kritisiert und war damals noch von 595 Millionen ausgegangen. Jetzt sind es sogar noch 150 Millionen mehr. Zum Vergleich: Die Hamburger Elbphilharmonie, die inzwischen sinnbildlich für Kostenexplosionen bei Kulturbauten steht, kostete den Steuerzahler mit rund 800 Millionen Euro gar nicht so viel mehr - und sie wurde nicht saniert, sondern komplett neu gebaut.

Bund und Freistaat teilen sich die nun bereitgestellten zusätzlichen 300 Millionen für das Deutsche Museum nach Angaben von Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) zu gleichen Teilen auf. Der Minister sprach von einer "großen Gemeinschaftsleistung", es sei ein Zeichen, dass sich beide "ihrer Verantwortung für diesen starken Publikumsmagneten und international beachteten Schatz an Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik bewusst" seien.

Die "Zukunftsinitiative Deutsches Museum" wurde 2010 beschlossen; die Sanierung findet in zwei Etappen statt, damit immer eine Hälfte des Baus für Besucher begehbar bleibt. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, erwies sich unter anderem bei den Arbeiten der Beton an vielen Stellen als zu schwach. Auch die komplizierte Trägerstruktur trage dazu bei, dass der Museumsbau auf der Isarinsel zum Problemfall geworden sei.

feb/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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echtermünchner 15.11.2019
1. Weltstadt mit Herz
macht das schon, als reichste und profitabelste Millionenstadt Deutschlands. Die Leute verdienen so gut wie nirgends wo, die teuersten Mieten sind auch bezahlbar und dementsprechend sind auch die Steuereinnahmen. Wer die meisten DAX-Konzerne (6) hat, kann sich das leisten. Sind ja nicht zufällig dort und generieren Werte. Ansonsten gibt es noch über 21.000 Unternehmen in und um München. Das schafft die Stadt München locker flockig, man ist ja auch deutscher Meister in Fußball, Basketball und Eishockey. Nicht umsonst.
karlo1952 15.11.2019
2. Man muss sich heute schon fragen,
wer, und mit welchem Motiv, diese Kostenkalkulationen durchführt. Es wäre jetzt dann auch angebracht, grundsätzlich alle Kostenkalkulationen, die genannt werden, einfach zu verdoppeln, und daraus dann die Entscheidung zu treffen, ob das Projekt realisiert wird oder nicht.
kategorien 15.11.2019
3. Besuchermagnet?
Offenbar wares es in 2018 genau 1.445.888 Besucher. Für so wenige Menschen wird so viel Geld ausgegeben?
fritz_64 15.11.2019
4.
Wenn denn so freigiebig mit den Geldern umgegangen wird, warum nicht gleich eine Milliarde? Abreißen und neubauen, erst die eine Hälfte dann die andere...am Ende wird es sicher noch teurer als jetzt veranschlagt....wenn den der Beton nicht tragfähig genug ist.....und dann der Brandschutz....und die Klimatisierung....
touri 15.11.2019
5.
Zitat von karlo1952wer, und mit welchem Motiv, diese Kostenkalkulationen durchführt. Es wäre jetzt dann auch angebracht, grundsätzlich alle Kostenkalkulationen, die genannt werden, einfach zu verdoppeln, und daraus dann die Entscheidung zu treffen, ob das Projekt realisiert wird oder nicht.
Nun zu ersterem kann ich nur sagen, in der Regel kann man erst sagen, wie teuer eine Sanierung wird, wenn man anfängt Wände/Fundamente aufzumachen und erst einmal richtig sehen kann wie es um die Bausubstanz wirklich bestellt ist. Ansonsten gebe ich Ihnen recht, wenn man realistisch rechnen will sollte man im Bau immer mit einem großen Sicherheitsfaktor rechnen. Ich war einmal beteiligt an der Sanierung/ dem Neubau von einem Dutzend Radartürmen. Die durchschnittliche Kostensteigerung zur ersten Schätzung betrug ca. 30%, wobei es Ausreißer in beide Richtungen gab.
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