Streit über Markenrechte dpa verklagt Konkurrenten dapd

Die Auseinandersetzung zwischen den beiden deutschen Voll-Nachrichtenagenturen geht in die nächste Runde: Die dpa will den weitaus jüngeren Konkurrenten dapd wegen Verletzung von Markenrechten verklagen - so sei etwa das gewählte Kürzel dem eigenen zu ähnlich.

Frankfurt am Main/Hamburg - Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) will den Konkurrenten dapd wegen der Verletzung von Marken- und Kennzeichenrechten verklagen. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" geht das aus einem Brief der dpa an ihre Gesellschafter hervor.

Demnach sieht die dpa in dem Kürzel "dapd" der rivalisierenden Agentur - das kein Akronym ist, also sich nicht aus den Anfangsbuchstaben einer längeren Bezeichnung zusammensetzt - "ein bewusst gewähltes Kunstwort", das im Geschäftsverkehr "mehr und mehr zu Verwechslungen" führe. So sei immer wieder das Kürzel "dpad" unter Artikeln zu lesen.

Darüber hinaus benenne dapd die einzelnen Dienste wortgleich wie die dpa als "Basisdienst", "Landesdienst" und "Themendienst". Zudem sei der für die Kunden vorgesehene Online-Auftritt der dapd der "dpa-News"-Homepage detailliert nachempfunden.

Dem Branchendienst Meedia teilte dapd mit, die Klage der dpa sei absurd und peinlich . Die Medienkunden seien sehr wohl in der Lage, die Kürzel der beiden Agenturen zu unterscheiden. Zudem gebe es die Marke dapd seit zwei Jahren, damit sei sie bereits eingeführt.

In der Vergangenheit beharkten sich die dpa und dapd mit zunehmender Intensität, auch mit juristischen Mitteln. Erst im Januar wollte die dpa Beschwerde gegen die vorläufige Vergabe eines Auftrags des Auswärtigen Amts an dapd einlegen . Ende 2010 hatte das Ministerium den Vertrag mit der dpa über die Belieferung von Konsulaten und Botschaften mit Nachrichten nach mehr als 60 Jahren gekündigt.

Die dapd entstand im September 2010 als Resultat der Fusion des ehemaligen Deutschen Depeschendiensts (ddp) und dem früheren deutschsprachigen Dienst der amerikanischen Nachrichtenagentur AP. Seit der eigene Sportdienst im August 2011 startete, ist dapd der zweite Vollanbieter auf dem deutschen Markt. Die Agentur gehört den Investoren Peter Löw und Martin Vorderwülbeckem während die dpa von 189 Verlagen, darunter auch der SPIEGEL-Verlag, getragen wird.

fdi
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