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Waldschlösschenbrücke: Eröffnungsfest über der Elbe

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

Umstrittenes Bauwerk Dresden eröffnet Waldschlösschenbrücke

Dresden hat die umstrittene Waldschlösschenbrücke eingeweiht. Vier Jahre nach dem Entzug des Welterbe-Titels überquerten Tausende Menschen den Fluss zu Fuß, Autos dürfen ab Montag rollen. Ministerpräsident Tillich eröffnete das Brückenfest mit einem Wortspiel.

Dresden - Tausende Menschen drängen sich auf der Waldschlösschenbrücke in Dresden. Sie halten Ausschau, fotografieren und feiern die Brücke mit einem großen Fest. Der leidenschaftliche Streit um den Bau ist vorbei, nach sechs Jahren Konstruktionszeit haben Oberbürgermeisterin Helma Orosz und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (beide CDU) die Flussquerung am Samstag offiziell eröffnet. Sie schnitten ein schwarz-gelbes Band durch und liefen zusammen mit Dresdnern und Besuchern erstmals über die neue Brücke. Für Autos ist die Strecke erst von Montag an frei.

Das Projekt war viele Jahre lang höchst umstritten. Obwohl im Jahr 2005 fast 68 Prozent der Dresdner bei einem Bürgerentscheid für die Brücke gestimmt hatten, gab es danach jahrelang Proteste der Gegner. Aus ihrer Sicht hat sich Dresden mit der Waldschlösschenbrücke der Autofahrer-Lobby unterworfen. Aktivisten besetzten Bäume, strengten Klagen an und ließen keine Ruhe. Sie scheiterten.

98.000 Tonnen verbauter Stahlbeton

Der Streit erreichte 2009 seinen Höhepunkt: Die Unesco entzog dem Dresdner Elbtal wegen des Bauwerks den Welterbe-Titel. Das hatte es bis dahin weltweit noch nie gegeben. Die Welterbehüter hatten gerügt, das vierspurige Bauwerk verschandele eine einmalige Kulturlandschaft. Bürgerinitiativen hatten für einen Tunnel als Alternative geworben, um den Titelverlust abzuwenden. Das lehnten Stadtspitze und Land Sachsen allerdings kategorisch ab. Auch Umweltverbände bemühten sich mit Eilverfahren, den Weiterbau zu stoppen.

Insgesamt kostete der Bau 180 Millionen Euro, der Freistaat förderte das Projekt mit 127 Millionen Euro. Für die 59.000 Tonnen schwere, 21 Meter hohe und 636 Meter lange Brücke und das gesamte Bauwerk wurden 98.000 Tonnen Stahlbeton verbaut.

Ministerpräsident Tillich freute sich am Samstag über die Brücke und lobte die Bürger: Statt "Mut zur Lücke", wie ihn die Unesco gefordert habe, hätten die Dresdner "Mut zur Brücke" gezeigt.

hei/dpa
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