Sexistische Werbung der Altbierbrauerei Füchschen Pfoten verbrannt

"Unterirdisch", "absolut daneben": Die Werbung der Düsseldorfer Traditionsbrauerei Füchschen stößt auf viel Kritik, sogar im NRW-Landtag. Der Brauerei-Chef kann die Aufregung nicht verstehen.

Werbung an einer Litfaßsäule in Düsseldorf: "Absolut daneben!"
Oliver Auster/ DPA

Werbung an einer Litfaßsäule in Düsseldorf: "Absolut daneben!"


Hotpants, Strumpfband, lange blonde Mähne: So schaukelt eine Comicfigur - halb Fuchs, halb Frau - über lodernde Flammen. Sie hat, auf einem Grillrost sitzend, ein Steak aufgegabelt. Unter dem Bild steht der Slogan: "Medium rare oder richtig durch nehmen?" Die Düsseldorfer Altbier-Brauerei Füchschen ist berüchtigt für ihre Werbung - diesmal ist man übers Ziel hinausgeschossen.

Comic-Füchse mit flotten Sprüchen kombiniert, das ist der Füchschen-Standard. Mal sind die Wortspiele zum Schmunzeln, mal sind sie schlüpfrig, oft polarisierend. Doch die aktuelle Brauerei-Werbung wird vor allem als frauenfeindlich wahrgenommen.

Auch im Landtag von Nordrhein-Westfalen hat die Anzeige für Aufregung gesorgt: 15 weibliche Abgeordnete von CDU, SPD, FDP und Grünen schickten dem Chef der Traditionsbrauerei einen Brief, in dem sie das Plakat als sexistisch kritisieren.

Nachdem sich zunächst die städtische Gleichstellungsbeauftragte in der "Westdeutschen Zeitung" über die Werbung echauffiert hatte, zogen nun die Politikerinnen nach. "Die genutzten Anspielungen kann man schwerlich noch als verspielt und harmlos bezeichnen", schrieben sie in ihrem Brief. "Die Inszenierung der Füchsin als reines Sexobjekt ist offenkundig."

"Unterirdischer Werbegeschmack"

Brauerei-Inhaber Peter König fühlt sich ungerecht behandelt. Nicht mal seine eigene Partei habe ihn vorgewarnt, so das CDU-Mitglied. Er habe den Brief noch gar nicht bekommen und aus den Medien davon erfahren.

Ändern werde er die Werbung nicht. Immerhin hätten bei der verantwortlichen Agentur auch junge Frauen mitgearbeitet. "Gäste und Kunden haben auch kein Problem damit", sagt König.

Auf Facebook allerdings sehen die Reaktionen anders aus: "Absolut daneben!", urteilt eine Userin. Und ein männlicher Nutzer schreibt: "Über diesen unterirdischen Werbegeschmack kann der tollste Biergeschmack nicht hinwegtäuschen."

jus/dpa



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