Dresdner Maler Eberhard Havekost ist tot

In seinen Werken lotete er die Spannung zwischen Medienwelt und Kunst aus: Der Dresdner Maler Eberhard Havekost war international erfolgreich. Unerwartet ist er nun im Alter von 52 Jahren gestorben.

Eberhard Havekost 2013 vor seinem Bild "We are Ocean"
Bernd Thissen/ DPA

Eberhard Havekost 2013 vor seinem Bild "We are Ocean"


Noch für Ende des Jahres sei eine Ausstellung in Los Angeles und 2020 eine weitere in New York geplant gewesen. Der Maler Eberhard Havekost ist tot. Er sei am Freitag in Berlin im Alter von 52 Jahren gestorben, sagte sein Galerist Frank Lehmann in Dresden. "Ich bin tief erschüttert, sein Tod kam so plötzlich", sagte Lehmann. Havekost habe noch so viele Pläne gehabt.

Mit seiner kühlen, von modernen Medien inspirierten Malerei zählte Havekost zu den international angesehensten zeitgenössischen deutschen Künstlern. Er hatte nach Angaben der Galerie Einzelausstellungen unter anderem in der Kunsthalle Schirn in Frankfurt, dem Stedelijk Museum in Amsterdam, dem Museum der Moderne Salzburg, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und dem Kunstmuseum Wolfsburg.

Seine Werke hatten meist prägnante Titel - wie "Superstar", "Auge", "Landschaft" oder "Gefühl". Zum "Gallery Weekend Berlin" Ende April zeigte er neue Bilder in der CFA-Galerie.

Havekost wurde 1967 in Dresden geboren, dort studierte er auch. Er lebte und arbeitete in Berlin und lehrte als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie. 2010, als die Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden ihm erstmals eine Einzelausstellung widmeten, sagte Havekost: Früher habe er in seinen Bildern eine lesbare imaginäre Welt entwickelt, "heute ist mir Lesbarkeit nicht mehr so wichtig, ich sehe das Bild nicht nur als Fenster zu einer Gedankenwelt." Der Betrachter solle interpretieren.

Manche Kunstexperten verglichen Havekost mit dem jungen Gerhard Richter, der ebenfalls in Dresden geboren wurde. Havekost spielte selbst ironisch mit Richters Werk. Er kopierte etwa ein verschleiertes Farbflächenbild des berühmten Kollegen und stellte eigene konstruktivistisch wirkende Abstraktionen mit bunten Flächen daneben. Auf die Frage, warum er Richter kopiert habe, sagte er: "Weil ich das Bild nie verstanden habe."

eth/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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neanderspezi 06.07.2019
1. Der Maler Havekost muss an seiner Kunst sehr gelitten haben
Wenn man eine große Neigung verspürt sich eine Depression anzueignen, dann muss man sich nur die Bilder von dem Dresdner Maler Eberhard Havekost zu Gemüte führen, dann klappt das schon. Dennoch sollte man dabei keine zu starke Dosis ausprobieren, eine mittelprächtige Portion reicht auch für längere Zeit oder man lässt sich unmittelbar danach eine Reihe von Bildern der Impressionisten oder auch Expressionisten zu Gute kommen, was den zuvor gewonnenen psychischen Niederschlag wahrscheinlich wieder aufhellen dürfte.
soistrecht 06.07.2019
2. schade
Zitat von neanderspeziWenn man eine große Neigung verspürt sich eine Depression anzueignen, dann muss man sich nur die Bilder von dem Dresdner Maler Eberhard Havekost zu Gemüte führen, dann klappt das schon. Dennoch sollte man dabei keine zu starke Dosis ausprobieren, eine mittelprächtige Portion reicht auch für längere Zeit oder man lässt sich unmittelbar danach eine Reihe von Bildern der Impressionisten oder auch Expressionisten zu Gute kommen, was den zuvor gewonnenen psychischen Niederschlag wahrscheinlich wieder aufhellen dürfte.
ziemlich daneben im zusammenhang mit dem tod des künstlers hier solch eigenartige pseudo provokanten interpretationen zum besten zu geben!
conscastenstine 06.07.2019
3. Ein großer Verlust
Eberhard Havekost war ein einzigartiger, eigenwilliger und kluger Künstler, aber auch ein großartiger Mensch. Ich und viele andere werden ihn sehr vermissen.
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