Ecuador Präsident Correa regt Verbot gedruckter Zeitungen an

Ecuadors Präsident Rafael Correa will Zeitungen nur noch online erscheinen lassen. Er reagiert mit diesem Vorschlag auf die Kritik an seiner Entscheidung, in einem Nationalpark nach Öl bohren zu lassen - denn mehrere Printtitel unterstützen ein Referendum gegen die Bohrungen.
Ecuadors Präsident Rafael Correa mit gedruckter Zeitung im November 2011

Ecuadors Präsident Rafael Correa mit gedruckter Zeitung im November 2011

Foto: Dolores Ochoa/ ASSOCIATED PRESS

Quito - Angriff ist die beste Verteidigung: Ecuadors Präsident Rafael Correa reagiert äußerst trotzig auf Kritik an seiner Entscheidung der vergangenen Woche, im Amazonas-Naturpark Yasuní nun doch nach Öl bohren zu lassen. Mehrere Zeitungen unterstützen ein Referendum gegen die geplanten Ölbohrungen in dem Park. Auf Twitter spottete Correa , man könnte die Wälder des Landes ja auch anders schonen - und zwar indem man gedruckte Zeitungen abschaffe.

In einer Abstimmung sollten seine Landsleute nun über diese Umweltschutzmaßnahme abstimmen. "Also wenn wir das Volk befragen, schlagen wir auch vor, dass Zeitungen nur noch online erscheinen, um Papier zu sparen und die wahllose Abholzung von Bäumen zu verhindern", twitterte Correa. Der streitsüchtige Sozialist führt seit Jahren eine Fehde mit den sehr kritischen privaten Medien im Land, denen er vorwirft, von der Opposition gesteuert zu werden.

Der Präsident des ecuadorianischen Verbands der Presseverleger, Diego Conejo, sagte, er wolle sich noch nicht zu Correas Äußerungen zur Abschaffung gedruckter Zeitungen äußern, da er erst sicher sein müsse, dass es sich um einen ernsthaften Vorschlag handele.

In dem Nationalpark, in dem mehrere Indianerstämme leben, werden etwa 920 Millionen Barrel Öl und somit ein Fünftel der Rohölreserven des Landes vermutet. Die Unesco hatte den Naturpark 1989 zum Biosphärenreservat erklärt.

kha/AFP/AP
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