Ehrung SPIEGEL-Redakteure mit Nannen-Preisen ausgezeichnet

Es ist die renommierteste Auszeichnung im deutschen Journalismus: Am Freitagabend wurden zum siebten Mal die Henri-Nannen-Preise verliehen. Auch Reporter von SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE wurden für herausragende Veröffentlichungen geehrt. 
Ausgezeichnetes Team von SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE: Preis für beste Dokumentation

Ausgezeichnetes Team von SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE: Preis für beste Dokumentation

Foto: dapd

Hamburg - Herausragende journalistische Arbeiten sind am Freitagabend mit dem Henri-Nannen-Preis ausgezeichnet worden. Zum siebten Mal vergab das Verlagshaus Gruner + Jahr und das Magazin "Stern" die renommierten Ehrungen, 1200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur kamen zu einer einer von Katrin Bauerfeind und Carsten van Ryssen moderierten Gala ins Deutsche Schauspielhaus in Hamburg.

Der Preis für die beste Dokumentation ging an ein elfköpfiges SPIEGEL-Team für den Beitrag "Ein deutsches Verbrechen" - auch die SPIEGEL-ONLINE-Reporter Matthias Gebauer und Shoib Najafizada gehören zu den Autoren. Der Artikel analysierte Abläufe, Vorgänge und Verantwortlichkeiten des Bombardements der Tanklaster bei Kunduz. "Sie haben im besten Sinne des Wortes aufgeklärt", sagte der Laudator, "Focus"-Herausgeber Helmut Markwort.

Den ersten Platz in der Kategorie Reportage und damit den traditionellen Egon-Erwin-Kisch-Preis gewann SPIEGEL-Redakteur René Pfister. Für seinen Artikel mit dem Titel "Am Stellpult" hatte er Horst Seehofer am Pult seiner Modelleisenbahn porträtiert.

Den Sonderpreis erhielt Susanne Leinemann, die einen brutalen Raubüberfall erlebte und darüber im "ZEITmagazin" unter dem Titel "Der Überfall" schrieb. In der Kategorie Humor wurde Hans Zippert ausgezeichnet. Sein Beitrag "Mich trifft der Schlag" erschien in der Tageszeitung "Die Welt".

Christine Kröger vom "Weser-Kurier" erhielt den Henri-Nannen-Preis für die "beste investigative Leistung". Ihre Arbeit "Im Zweifel für den Staatsanwalt" zeige, dass nicht nur die großen Magazine die investigative Kontrollfunktion der Presse wahrnehmen können, meinte die Jury. Der Fotograf Stephan Vanfleteren wurde für die beste fotografische Autorenleistung ausgezeichnet. Er porträtierte in seiner Fotoreportage "Es gibt was Neues hier seit gestern", die in der Zeitschrift "DU - Zeitschrift für Kultur" erschien, den Künstler Tomi Ungerer in seinem Studio in Irland.

Der Henri Nannen Preis für das publizistische Lebenswerk ging an den Sprachkritiker, Autor und Journalisten Wolf Schneider. Mit dem Preis für Pressefreiheit wurde die französische Zeitung "Le Canard enchainé" geehrt. Das 1915 gegründete, investigative und satirische Wochenblatt verfolge seit jeher die Linie einer vollkommen unabhängigen, nur der Wahrheit verpflichteten Berichterstattung, hieß es in der Begründung.

Insgesamt erhielten die 16 Preisträger ein Preisgeld von 35.000 Euro. Für den Henri-Nannen-Preis hatten sich Journalisten mit 791 Beiträgen aus 196 Print- und Onlinepublikationen beworben.

SPIEGEL ONLINE dokumentiert alle Nominierungen für den Henri-Nannen-Preis aus dem SPIEGEL:

fdi/dapd/dpa
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