Versteigerung aus der Sammlung Essl Richter-Gemälde unter Mindestgebot verkauft

40 Kunstwerke aus der Sammlung Essl wurden am Montag in London versteigert - ausgerechnet der Favorit konnte seinen Schätzwert nicht erreichen.

DPA/ Christie's

London - Am Montag wurden bei einer Auktion in London 40 Kunstwerke aus der Sammlung Essl für mehr als 66 Millionen Euro verkauft. Aber nicht jedes Stück konnte die Erwartungen erfüllen.

Ursprünglich sollten 44 Stücke aus der bedeutenden Privatsammlung des österreichischen Unternehmers Karlheinz Essl versteigert werden. Zum Verkauf standen im Auktionshaus Christie's Bilder von Martin Kippenberger, Sigmar Polke und Frank Stella, sowie Skulpturen von Georg Baselitz und Paul McCarthy.

Doch drei Werke konnten keinen Käufer finden, ein weiteres wurde vor der Auktion zurückgezogen. Auch der Verkaufserlös für die restlichen 40 Stücke fiel nicht so hoch aus wie erhofft, man hatte im Vorfeld mit bis zu 75 Millionen Euro gerechnet.

Ausgerechnet für Gerhard Richters abstraktes Gemälde "Netz" (1985) zahlte ein Käufer erst nach der Auktion einen Preis von etwa 7 Millionen Euro - dabei war das Bild als teuerstes Stück der Auktion gehandelt worden.

Wolken und Indianer

"Netz" war zunächst nicht versteigert worden, da das Mindestgebot nicht erreicht wurde, der Schätzwert lag zwischen 8,8 Millionen bis 12,6 Millionen Euro. Da dieser Verkauf nicht zum offiziellen Auktionsergebnis zählt, gab Christie's am Ende einen Gesamterlös von 59,3 Millionen Euro bekannt.

Den höchsten Preis der Auktion erzielte das vierteilige Gemälde "Wolken (Fenster)" (1970), ebenfalls von Gerhard Richter, mit einem Preis von 7,9 Millionen Euro. Ebenfalls erfolgreich lief die Versteigerung von fünf Bildern des deutschen Künstlers Sigmar Polke, die zusammen einen Preis von 20,6 Millionen Euro erreichten. Das teuerste Polke-Bild wurde "Indianer mit Adler" (1975), es wechselte für 6,5 Millionen Euro den Besitzer.

Der Unternehmer Essl verfolgte die Auktion in London. Er freue sich, dass der Erlös es ermögliche, "das Essl-Museum auf Jahre hin zu sichern und mit unserem Ausstellungsprogramm fortzufahren", sagte er.

Mit dem Verkaufserlös soll Essls stark angeschlagene Baumarktkette Baumax saniert werden. Die etwa 7000 Werke umfassende Kunstsammlung wurde bereits im September gerettet - Hans Peter Haselsteiner, der ehemalige Chef des Bauunternehmens Strabag, hatte für mehr als 100 Millionen Euro große Teile der Essl-Sammlung übernommen.

Die Sammlung, die in einem Museum im österreichischen Klosterneuburg zu sehen ist, umfasst Werke österreichischer Künstler wie Arnulf Rainer oder Hermann Nitsch, aber auch deutscher und internationaler Größen wie Neo Rauch und Ai Weiwei.

sib/dpa/Reuters



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