Etatkürzung Montgomery will "Berliner Zeitung" gesundschrumpfen

Bei der "Berliner Zeitung" gibt es nach SPIEGEL-Informationen neue Sparpläne: Zwei Jahre nach dem Einstieg des britischen Finanzinvestors David Montgomery soll das Redaktionsbudget erneut gekürzt werden.


Hamburg - Im Haus heißt es, geplant sei, den Etat von 16 auf maximal 14 Millionen Euro zu drücken. 2005 standen noch rund 18 Millionen Euro zur Verfügung. Die Rendite soll durch die Sparmaßnahmen von 12 auf 17 Prozent steigen.

Medienmanager Montgomery: "Unglückliche Verquickung von Redaktion und Verlag"
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Chefredakteur Josef Depenbrock schließt Kündigungen nicht aus. Für eine Stellungnahme war er nicht erreichbar. Als Teil des Sparprogramms wurde der Standardumfang der Zeitung von 32 auf 28 Seiten reduziert, wegen des Anzeigenvolumens wurde diese Vorgabe aber zuletzt überschritten.

Für Unmut unter den Mitarbeitern sorgt neben den Kündigungsgerüchten vor allem, dass bei der "Berliner Zeitung" gleich drei neue stellvertretende Chefredakteure gesucht werden - und dass der amtierende Chefredakteur Depenbrock gleichzeitig als Geschäftsführer agiert. Dies widerspreche dem Statut, das eine Trennung von Redaktion und Verlag vorsehe, sagte der Redaktionsbeirat.

Montgomery war Ende 2005 mit seiner Firma Mecom und mit finanzieller Unterstützung der Investmentfirma Veronis Suhler Stevenson (VSS) durch den Kauf des Berliner Verlag mit der "Berliner Zeitung" in den deutschen Zeitungsmarkt eingestiegen. Zu dem Unternehmen gehören auch die "Hamburger Morgenpost" und der Online-Dienst "Netzeitung".

ssu



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