Eurovision Song Contest Stefan Raab sagt ARD ab

Das Eurovision-Debakel geht in Serie: Erst erlitt die ARD eine Schlappe mit dem deutschen Beitrag - jetzt kassiert das Erste einen Korb von dem Mann, der ähnliche Desaster in Zukunft verhindern sollte. Im SPIEGEL erteilt Stefan Raab einer Song-Contest-Kooperation mit dem Ersten eine klare Absage.

Nach dem Debakel des deutschen Beitrags beim Eurovision Song Contest am vergangenen Samstag in Moskau wurde spekuliert, ob die ARD mit dem Moderator und Musiker Stefan Raab und dessen Sender ProSieben kooperieren würde. Nun erteilt der umworbene Fernsehstar in einem SPIEGEL-Gespräch der ARD eine Absage.

In dem Gespräch, das am kommenden Montag in der Printausgabe des SPIEGEL erscheint, sagt Raab: "Der NDR hat uns um Hilfe gebeten. Wir haben ein schlüssiges Gesamtkonzept vorgelegt. Die Entscheidungswege in der ARD sind aber derart kompliziert, dass sie mit unserer Arbeitsweise nicht vereinbar sind. Unser Song Contest heißt Bundesvision Song Contest."

Damit sind die tagelangen Spekulationen beendet über eine Zusammenarbeit zwischen dem NDR und Stefan Raab, der im Jahr 2000 den fünften Platz beim Eurovision Song Contest belegt hatte und inzwischen für ProSieben den "Bundesvision Song Contest" organisiert, in dem Musiker aus allen Bundesländern gegeneinander antreten.

Die Intendanten der ARD hatten sich in dieser Woche nicht über eine Kooperation einigen können. Immerhin sprach die ARD am gestrigen Donnerstag erstmals öffentlich über ihr Interesse an dem Moderator. Zu spät.

In dem SPIEGEL-Gespräch äußert sich Raab auch über seine Show-Veranstaltung "Deutscher Eisfußball-Pokal", die am kommenden Freitag, einen Tag vor dem echten Pokalfinale in Berlin, ausgetragen werden soll. In Köln werden acht Profi-Clubs, darunter Bayern München, der 1. FC Köln, der Hamburger SV und VfL Wolfsburg, mit Altstars und Prominenten besetzt ein Turnier austragen. Die Teams bestehen aus jeweils fünf Spielern, die alle nur in glattbesohlten Bowling-Schuhen auflaufen dürfen.

Raab selbst wird in der Mannschaft des 1. FC Köln antreten, neben den Ex-Profis Dirk Lottner und Toni Polster. "Das Handicap Eis nivelliert die Unterschiede und produziert viele komische Momente", sagt Raab. "Es wird aber auch auf Taktik und Passgenauigkeit ankommen und auf die Einstellung: Es kann nicht angehen, dass Toni Polster da einen müden Hobbykick abliefert. Ich will gewinnen. Das meine ich wirklich ernst und genau das versuche ich, den anderen klarzumachen. Das ist mehr als nur ein Promispiel."

Mit Formaten wie "Wok-Weltmeisterschaft" oder "TV total Turmspringen" hat Raab in den vergangenen Jahren erfolgreiche neue Unterhaltungsshows entwickelt, alle auf der Grenze zwischen Sport und Entertainment. Im März wurde seine Sendung "TV total Turmspringen" in einer Abstimmung unter 10.000 Sportlern zur drittbesten Sportsendung im deutschen Fernsehen gewählt, hinter "Sportschau" und dem "Aktuellen Sportstudio".

"Ich wiederhole immer wieder gebetsmühlenartig, dass es Sport ist, und sage allen, die dabei sind: Wenn ihr mitmacht, müsst ihr gewinnen wollen. Sonst bringt es keinen Spaß", sagt Raab im SPIEGEL.

Das Gespräch führten Christoph Biermann und Lothar Gorris

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