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28. Februar 2007, 18:10 Uhr

Ex-RAF-Terrorist

Peymann verteidigt Klar

Der Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, hat die umstrittene Kapitalismuskritik des ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar verteidigt. Und sein Angebot, ihm ein Praktikum als Bühnentechniker an seinem Haus zu ermöglichen, erneuert.

Berlin/Stuttgart - Der Theaterregisseur und Intendant des Berliner Ensembles Claus Peymann ist für seine markigen Sprüche bekannt. Nachdem er Christian Klar ein Praktikum als Bühnentechniker am Berliner Ensemble anbot, verteidigt er nun auch seine umstritten Aussagen.

"Das sind auch meine Ansichten", wird Peymann in der morgen erscheinenden Ausgabe der "taz" zitiert. Klar spreche das aus, was der weitaus größte Teil der Weltbevölkerung außerhalb von Westeuropa und Amerika denke. "Es kann ja nicht sein, dass dieses kapitalistische System von Korruption und Verantwortungslosigkeit der Weisheit letzter Schluss ist", so Peymann. Wer einen halbwegs klaren Kopf habe, der wisse, dass dieses System geändert werden müsse.

Klar erhält wegen seiner jüngsten fundamentalen Kapitalismuskritik vorerst keine Haftlockerungen. Das hatte der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll (FDP) am Mittwoch in Stuttgart bekannt gegeben. Grund sei Klars umstrittene Grußbotschaft vom 13. Januar an die Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin.

Darin hatte Klar die Hoffnung geäußert, "die Niederlage der Pläne des Kapitals zu vollenden und die Tür für eine andere Zukunft aufzumachen". Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) sieht damit keine Chance mehr für eine Begnadigung Klars.

albi/dpa/AP

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