Falsch einsortiert Deutsche Bank findet vermisste Beuys-Bilder

Upps, da hängen sie ja! Wochenlang ließ die Deutsche Bank nach zwei Aquarellen von Joseph Beuys fahnden, die angeblich gestohlen worden waren. Tatsächlich hingen sie ganz ordnungsgemäß an der Wand einer Auslandsfiliale, wie die Banker nun bestätigten.

Künstler Beuys: Aquarelle auf der falschen Liste
DPA

Künstler Beuys: Aquarelle auf der falschen Liste


Hamburg/Frankfurt am Main - Weltweit suchte die Polizei nach zwei Bildern von Joseph Beuys, nachdem die Deutsche Bank sie als gestohlen gemeldet hatte. Jetzt haben Mitarbeiter die Aquarelle im eigenen Haus gefunden. Die Deutsche Bank bestätigte am Donnerstag einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die beiden Werke mit dem Titel "Schwäne" seien beim Umzug auf eine falsche Liste geraten, als die Bank im Winter in die renovierten Doppeltürme in der Frankfurter Innenstadt zurückkehrte. So habe man übersehen, dass die Beuys-Werke friedlich in einer Filiale des Unternehmens im Ausland hängen.

Beuys (1921-1986), einer der bedeutendsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts, hatte die beiden Bilder mit Bleistift und Beize 1953 gemalt. Bei dem Umzug seien 4500 Kunstwerke bewegt worden, begründete der Sprecher den Irrtum. Als die Bilder nicht gefunden wurden, erstattete die Deutsche Bank am 9. Februar Anzeige bei der Polizei.

Die Kunstsammlung der Deutschen Bank, Ende der 1970er Jahre gegründet, gilt als eine der bedeutendsten Unternehmenssammlungen der Welt. In Niederlassungen und Filialen rund um den Globus präsentiert die Bank mehr als 56.000 Werke.

Die beiden vermissten Beuys-Aquarelle befänden sich "an einem Standort auf dem amerikanischen Kontinent", erklärte ein Sprecher. Mehr wollte er "aus Sicherheitsgründen" nicht verraten.

twi/dpa



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