Schirrmacher-Nachfolge Jürgen Kaube wird Herausgeber der "FAZ"

Neuling aus eigenem Hause: Der Aufsichtsrat der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hat Jürgen Kaube zum für das Feuilleton zuständigen Herausgeber ernannt. Er tritt die Nachfolge des im Juni gestorbenen Frank Schirrmacher an.

Jürgen Kaube: Neu im "FAZ"-Herausgebergremium
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Jürgen Kaube: Neu im "FAZ"-Herausgebergremium


Frankfurt am Main - Eine der profiliertesten Positionen im deutschen Kulturjournalismus ist neu besetzt: Jürgen Kaube wird am 1. Januar in den Kreis der Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" eintreten. Dies gab der Verlag am Dienstagnachmittag nach einer Sitzung des Aufsichtsrates der Zeitung bekannt und bestätigte damit SPIEGEL-Informationen.

Der 1962 in Worms geborene Jürgen Kaube ist seit 1999 Redakteur der "FAZ" und seit 2008 Ressortleiter für die "Geisteswissenschaften". Seit 2012 ist Jürgen Kaube auch für "Neue Sachbücher" zuständig und stellvertretender Leiter des Feuilletons.

Jürgen Kaube tritt in dem Amt als für das Feuilleton zuständiger Herausgeber die Nachfolge des im Juni mit 54 Jahren an einem Herzinfarkt gestorbenen Frank Schirrmacher an. Vorübergehend hatte Günther Nonnenmacher die Position übernommen, der nun Ende Dezember in den Ruhestand geht.

Nach dem Abitur am Darmstädter Justus-Liebig-Gymnasium studierte Jürgen Kaube Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte sowie Wirtschaftswissenschaften an der Freien Universität in Berlin. Danach lehrte er kurzzeitig Soziologie an der Universität Bielefeld, bevor er in der Feuilletonredaktion der "FAZ" begann. 2014 war Kaube mit seiner Biografie des Soziologen Max Weber für den Sachbuch-Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Die Personalie Kaube hatte schon im Vorfeld für Diskussionen gesorgt: Der SPIEGEL berichtete von Unruhe in der Feuilletonredaktion, weil der Neue als Vertreter des klassisch konservativen Feuilletons gelte. Eine Einschätzung, der die "Welt" widersprach. Die "Zeit" erwartet eine Phase der Konsolidierung nach der "elektrisierenden" Schirrmacher-Zeit.

feb



insgesamt 3 Beiträge
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stuhlsen 09.12.2014
1. FAZ am Scheideweg
Ob diese Personalie den dramatischen Bedeutungsverlust der einst besten überregionalen Tageszeitung noch aufhält ? Wohl gemerkt: aus eigenem Verschulden, viele FAZ-Kommentare sind geradezu unterirdisch einseitig und borniert, das vertreibt die alten Stamm-Leser. Und die jüngeren fahren nun nicht gerade auf die alte Tante FAZ ab. Fälschlicherweise nennen das viele dann "Medienkrise". Muss aber nicht sein, wie ZEIT, Handelsblatt, SPIEGEL u.a. beweisen. Engagierter informativer Journalismus findet seine Leser.
meckeronkel 09.12.2014
2. Frühere FAZ-Kommentare...
... waren aber auch gerne SEHR einseitig (und zwar ultra-"konservativ"). Dafür waren es aber auch Kommentare - und als solche auch redaktionell offen ausgegeben - weshalb ich als eher linker Leser trotzdem gerne die FAZ gelesen habe - allein wegen ihrer damals ihrer damals unvergleichlich riesigen Informationsflut.
gemihaus 10.12.2014
3. Der 'ganz grosse Geist'
wird jetzt von einem Fachpragmatiker beerbt, was dem wiss.-sachlichen Diskurs der FAZ sicherlich nicht schaden wird, auch wenn eine personelle Extravaganz verloren geht, die sich um die ganz grossen Dinge kümmerte.
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