Finanzierung geklärt "Topographie des Terrors" soll bis 2005 fertig werden

Kein Baustopp für die "Topographie des Terrors". Für maximal 76 Millionen Mark soll die NS-Dokumentationsstätte nun fertig gestellt und rechtzeitig zum 60. Jahrestags des Kriegsendes eröffnet werden.


Baustopp aufgehoben: Besucher bei der provisorischen Ausstellung "Topographie des Terrors" in den Kellern des ehemaligen Gestapo-Gebäudes in Berlin Kreuzberg
DPA

Baustopp aufgehoben: Besucher bei der provisorischen Ausstellung "Topographie des Terrors" in den Kellern des ehemaligen Gestapo-Gebäudes in Berlin Kreuzberg

Berlin - Der Streit um die explodierenden Baukosten der "Topographie des Terrors" ist zunächst einmal beigelegt. Der Schweizer Architekt Peter Zumthor werde die Einrichtung auf dem Gelände der früheren Gestapo- und SS-Zentralen jetzt für die maximale Summe von 76 Millionen Mark (39 Millionen Euro) zu Ende bauen. Das sagten die Senatoren Adrienne Goehler (Kultur/parteilos) und Peter Strieder (Bau/SPD) am Dienstag gegenüber der Presse.

Ursprünglich sollte die "Topographie" nur 45 Millionen Mark kosten, die veranschlagten Kosten stiegen jedoch innerhalb der letzten Monate erheblich. Zuletzt gab es Befürchtungen über Ausgaben von mehr als 100 Millionen Mark, der Bau geriet ins Stocken. Goehler bezeichnete die jetzt getroffene Vereinbarung mit der Obergrenze von 76 Millionen Mark als "Durchbruch". Der Bund trägt die Hälfte der Baukosten. Wenn das Abgeordnetenhaus zustimmt, kann der Bau bis 2005 zum 60. Jahrestag des Kriegsendes fertig gestellt werden.

Neue Maßstäbe: Auch Eisenmans Holocaust-Mahnmal soll fertig gestellt werden
AP

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Strieder will aus den Erfahrungen mit dem "Topographie"-Bau eine Lehre ziehen und besondere Sorgfalt jetzt bei der Realisierung des Holocaust-Mahnmals zeigen. Sein Ressort ist verantwortlich für die bautechnische Fertigstellung des Holocaust-Mahnmals. "Ich werde diese Verantwortung nur übernehmen, wenn meine Mitarbeiter vom Architekten Peter Eisenman alle Detailplanungen zur Verfügung gestellt bekommen und alle Informationen zum Beispiel über die Beschaffenheit und leichte Schrägstellung der 2700 Betonstelen und über den Untergrund erhalten. Ich werde dafür verantwortlich sein, das Mahnmal für 50 Millionen Mark Höchstgrenze abzuliefern, und das kann ich nur in Kenntnis aller Details."

Strieder verteidigte die Unsicherheiten bei der Berechnung der Kosten mit Unwissenheit: "Mit künstlerischen Skulpturen, die als Gebäude getarnt daherkommen, haben wir noch nicht so viel Erfahrung", sagte er. Die Kosten für das Mahnmal werden komplett vom Bund getragen.



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