Wochenzeitung "Die Zeit" bekommt neue Herausgeber

Neues Herausgeber-Gremium für die Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit": Dazu gehören unter anderem der Journalist Florian Illies und der Manager René Obermann. Dessen Berufung sorgte für Kritik.
Rene Obermann

Rene Obermann

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Ein neues Herausgeber-Gremium wird die Wochenzeitung "Die Zeit" führen. Das meldet der Branchendienst "Kress".  Vier Personen werden dem Gremium angehören: Die "Economist"-Chefredakteurin Zanny Minton Beddoes, die Soziologin Jutta Allmendinger, der Journalist und Kunsthändler Florian Illies und Ex-Telekom-Manager René Obermann. Der bisherige Herausgeber Josef Joffe bleibt ebenfalls dabei.

Am Donnerstag informierte Chefredakteur Giovanni di Lorenzo die Redaktion über die Zusammensetzung des Gremiums. Laut "Kress" stimmten die Redakteure mehrheitlich pauschal zu, wobei allerdings die Berufung von René Obermann auch Kritik hervorgerufen haben soll.

Obermann war von 2006 bis 2013 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. In seine Zeit fallen die Nachwehen der Bespitzelungsaffäre. Über mehrere Jahre waren Aufsichtsräte, Betriebsräte, Gewerkschafter und Journalisten überwacht worden. Obermann versicherte, keine Kenntnis von den Vorgängen gehabt zu haben, und entließ den Sicherheitschef des Konzerns, der die alleinige Schuld auf sich nahm. Heute ist Obermann Mitglied in diversen Aufsichtsräten, unter anderem bei E.ON, ThyssenKrupp und Spotify.

Die Benennung neuer Herausgeber war überfällig. Bisher nennt "Die Zeit" in ihrem Impressum noch Marion Gräfin Dönhoff, gestorben 2002, und Helmut Schmidt, der 2015 starb.

Korrektur: In einer früheren Version dieser Meldung hieß es, die Bespitzelungsaffäre bei der Telekom habe während René Obermanns Zeit als Vorstandschef stattgefunden. Das ist falsch. Er trat sein Amt erst danach an und war mit der Aufklärung der Affäre beschäftigt. Dabei wurde ihm von der Arbeitnehmerseite vorgeworfen, nicht schnell genug aufzuklären.

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