"Forum zum Freitag" Sendetermin für "Islamisches Wort" steht fest

Es soll eine Art "Wort zum Sonntag" für die Muslime in Deutschland werden. Kritiker sehen in dem umstrittenen Projekt eine mögliche Plattform für Extremisten. Dennoch wird der SWR am 20. April mit der Ausstrahlung des "Islamischen Wortes" im Internet beginnen.


Mainz - Das "Islamische Wort" soll vom 20. April an auf der Internetseite des Informationsradios SWR Cont.ra in deutscher Sprache ausgestrahlt werden. Dies gab der Intendant des Senders, Peter Voß, nach einer Sitzung des SWR-Rundfunkrats in Mainz bekannt.

SWR-Intendant Voß: Für interkulturellen Dialog im Internet
DPA

SWR-Intendant Voß: Für interkulturellen Dialog im Internet

Der Islamwissenschaftler und Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, und Bekir Alboga von der "Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V." stehen als Autoren fest. Die beiden weiblichen Autoren, die ebenfalls gewonnen werden sollen, sind noch nicht namentlich bekannt.

Mögliche Themen seien beispielsweise: "Was heißt im Islam Barmherzigkeit? Worauf hoffen Muslime, was gibt ihrem Leben Halt und Orientierung? Wie können sie als gläubige Muslime diese Gesellschaft und diesen aufgeklärten Staat des Grundgesetzes positiv mitgestalten?", erklärte Voß. Die etwa dreiminütigen Beiträge werden dann von den Autoren selbst gesprochen und sollen sich nicht nur an Muslime, sondern auch an andere religiös interessierte Zuhörer wenden.

Voß betonte die wissenschaftliche Begleitung des "Islamischen Wortes". Die Sendung soll den Muslimen ein Forum geben, über ihren Glauben zu berichten. Die Themen werden dabei mit der SWR-Redaktion "Religion, Kirche und Gesellschaft" vorher abgestimmt. Voß betonte, dass das "Islamische Wort" keine Verlautbarung der islamischen Verbände in Deutschland sein werde. Der SWR trage allein die redaktionelle Verantwortung, Hasspredigern werde keine Chance gegeben.

Die Glaubenssendung soll ein positives Angebot darstellen für Zuwanderer, die sich "in unsere europäische und deutsche, freiheitliche und demokratische Kultur" einfügen wollen. "Wir dürfen die große Zahl von Muslimen in unserem Land, die Teil dieser Gesellschaft sind, die Steuern und Rundfunkgebühr zahlen, nicht dem Einfluss von Fanatikern überlassen", so Voß.

In einer Resolution des SWR-Hörfunkausschusses wurde das Projekt begrüßt: "Der Hörfunkausschuss des SWR begrüßt, dass der SWR Muslimen in Deutschland die Möglichkeit gibt, über ihren Glauben zu berichten. Der Hörfunkausschuss sieht darin einen Beitrag zum interreligiösen Dialog und bietet damit allen dialogwilligen und dialogfähigen Menschen eine Plattform."

hae/ddp/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.