Bericht über Fox News und Donald Trump "Sein Schild und sein Schwert"

Fox News berichtet gern und oft über Donald Trump. Doch ist der konservative Sender bereits Teil der Propagandamaschine des Präsidenten? Ein Bericht des "New Yorker" legt das nahe.
Rupert Murdoch und Donald Trump beim Golf, Juni 2016

Rupert Murdoch und Donald Trump beim Golf, Juni 2016

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Carlo Allegri/ REUTERS

Donald Trump und seine Anhänger lieben Fox News. Und der Medienkonzern, allen voran sein Gründer Rupert Murdoch, sind im Gegenzug immer an Trumps Seite, wenn es etwas zu berichten gibt. Die engen Bande zwischen Trump und dem Sender haben in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt - etwa, als der Fox-Kommentator John Bolton zu Trumps Sicherheitsberater gekürt wurde. Nun wurde publik, dass Fox News offenbar schon vor der US-Wahl von der Affäre Trumps mit der Pornodarstellerin Stormy Daniels wusste - und die Informationen zurückhielt, um Trumps Sieg nicht zu gefährden. Das berichtete das Magazin "New Yorker".

Der umfangreiche Magazinbeitrag "The Making of the Fox News White House"  nimmt die Beziehung zwischen Sender und Präsident unter die Lupe und legt nahe, dass Fox, der meistgesehene Kabelsender der USA, längst ein Teil der Medienmaschinerie Trumps geworden ist.

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Die Politik- und Medienwissenschaftlerin Nicole Hemmer sagte dem "New Yorker", in der Geschichte der USA sei man "noch nie so nah am Staatsfernsehen" gewesen. Fox sei sowohl Trumps "Schild als auch sein Schwert" - das TV-Netzwerk nehme den Präsidenten in Schutz und verbreite seine Propaganda.

Der Fall Stormy Daniels ist wohl der stärkste Beleg für tendenziöse Berichterstattung. Zudem gibt es eine Reihe von Indizien, die die große Nähe des Senders zum Präsidenten unterstreichen. Die einzelnen Fakten sind nicht neu, gemeinsam aber scheinen sie ein eindeutiges Bild medial-politischer Verstrickungen abzugeben. Unter anderem beschreibt der "New Yorker" folgendes:

  • 44 Interviews habe Donald Trump dem Fox-Network bislang gegeben. Den anderen drei großen Fernsehanstalten der USA insgesamt nur zehn. CNN habe bisher nicht mit ihm sprechen dürfen, denn diesen Sender bezichtigt Trump der "Fake News".

  • Fox und das Weiße Haus würden so reibungslos miteinander kooperieren, dass schwer auszumachen sei, wer hier wem folge. Trump retweete fast alle Zeilen, die das Fox Netzwerk veröffentliche. Seine Sprecherin Sarah Sanders halte kaum mehr Pressekonferenzen ab, dafür sei sie schon etwa 30 Mal in Fox-Shows wie "Fox and Friends" oder "Hannity" aufgetreten.

  • Im Juli 2018 ernannte Trump den langjährigen Fox News-Produzenten Bill Shine zum Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses und stellvertretenden Stabschef. Bill Shine sei sehr eng mit Trumps Vertrautem Sean Hannity befreundet, einem der stilprägenden Fox-Moderatoren, der auch politische Meinungsbücher verfasst ("Conservative Victory"). Seit der Berufung Shines habe Fox seinem ehemaligen Mitarbeiter mehrere Millionen Dollar Bonus gezahlt, berichtete der "Hollywood Reporter"  im November 2018.

  • Es gab weitere Personalwechsel zwischen Fox und Weißem Haus: Der Neurochirurg Ben Carson, der als Kommentator bei Fox News auftrat, ist heute Minister für Wohnungsbau im Kabinett Trump. Der Kommentatorin K.T. McFarland wurde zur Sicherheitsberaterin ernannt, trat aber nach kurzer Zeit zurück. Die Fox News-Moderatorin Heather Nauert schlug Trump als Botschafterin der Vereinten Nationen vor. Und Hope Hicks, früher Trumps Pressesprecherin und enge Vertraute, führt nun die Öffentlichkeitsarbeit bei 21st Century Fox.

  • Am ausschlaggebendsten seien die seit 40 Jahren währenden Geschäftsbeziehungen zwischen Medienmogul Rupert Murdoch und Präsident Trump, so der "New Yorker". Schon in den Siebzigerjahren seien sie gegenseitige Nutznießer ihrer Geschäfte gewesen, und noch heute würden die beiden beinahe täglich telefonieren. Auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner pflege eine intensive Beziehung zum Medienmogul, der ihn fast wie einen Sohn behandle.

  • Schließlich habe eine Journalistin von Fox News, Diana Falzone, bereits vor der Präsidentschaftswahl von Trumps Affäre mit der Pornodarstellerin Stormy Daniels gewusst. Sie habe Belege und E-Mails besessen, aus denen hervorging, dass Trumps damaliger Anwalt Michael Cohen der Darstellerin Schweigegeld zahlen wollte. Ihr Vorgesetzter bei Fox habe die Journalistin allerdings angewiesen, die Information nicht zu veröffentlichen: "Rupert will, dass Donald Trump gewinnt. Also lass es bleiben."

Donald Trump äußerte sich bislang nicht zu dem Bericht des "New Yorker".

cpa
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