Russische Akademie der Wissenschaften Steinmeier bietet Hilfe für abgebrannte Bibliothek an

Politisch herrscht Eiseskälte - kulturell hilft man sich: Außenminister Steinmeier sagte Russland Unterstützung beim Wiederaufbau der zerstörten Akademie der Wissenschaften zu.

AP

Berlin - "Auch in politisch schwierigen Zeiten dürfen wir die kulturellen Brücken zwischen Deutschland und Russland nicht kappen", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Er bot an, dass Deutschland bei der Wiederherstellung der Bibliothek der Russischen Akademie der Wissenschaften helfe, die Ende Januar bei einem Brand schwer beschädigt wurde. "Bibliotheken sind ein Inbegriff des Gedächtnisses einer Nation", so der SPD-Politiker weiter. "Wo wir helfen können, noch etwas zu retten, wollen wir dies tun."

In Berlin bot Steinmeier seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow die Entsendung von deutschen Experten an; so könnten etwa deutsche Experten Beratung vor Ort leisten. Teile des Bestandes könnten in speziellen Konservierungswerkstätten in Deutschland behandelt werden, russische Restauratoren zudem zum fachlichen Austausch nach Deutschland kommen.

Die Bibliothek in Moskau mit ihren mehr als 14 Millionen Büchern gilt als eine der wichtigsten Buch- und Dokumentesammlungen in Europa. Das 1918 begründete Archiv beherbergt auch historische deutsche Bücher, die die Sowjetarmee 1945 als Beutekunst verschleppt hatte.

Nach vorläufigen Angaben wurden bei dem Brand mehr als 1,5 Millionen Dokumente zerstört oder schwer beschädigt. Der Bestand der Bücher geht teilweise bis ins 16. Jahrhundert zurück.

Der Ukraine-Konflikt belastet derzeit die deutsch-russischen Beziehungen. Chancen für ein neues Friedensabkommen werden im Moment ausgelotet.

eth/dpa



insgesamt 20 Beiträge
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santoku03 10.02.2015
1. Korrekt...
...und respektabel. Hoffe dass nun auch Merkel zum Jahrestag der Niederlage der Nazis und Deutschlands nach Moskau fährt.
micromiller 10.02.2015
2. Gut gemacht Herr Steinmeier!
Hoffentlich gibt es keine Probleme mit Frau Nuland.
Gottfried von Beutelratte 10.02.2015
3. Ich hoffe...
...das sich das meiste rekonstruieren lässt. Wissensverlust ist immer sehr bedauerlich!
Zaunsfeld 10.02.2015
4.
Naja, Deutsche Experten können ja gerne dabei helfen, diese Bücher zu restaurieren. Aber dann sollen die Russen bitte auch für jedes restaurierte Buch zahlen. Ich wüsste nicht, dass die Russen irgendwann in den letzten 50 Jahren mal irgendwo auf der Welt, wo Hilfe benötigt wurde, mal jemandem Hilfe angeboten haben, egal ob das beispielsweise vor 10 Jahren bei den gewaltigen Tsunamikatastrophen im Pazifik war, bei der Ebola-Epidemie in Afrika im vergangenen Jahr, bei der Hungerkatastrophe in Afrika vor 15 Jahren oder sonstwo. Putin meint ja, Russland hätte genug Geld für alles. Also Hilfe leisten ja, falls gewünscht, aber dann bitte nur gegen Cash.
Zaunsfeld 10.02.2015
5.
Zitat von Gottfried von Beutelratte...das sich das meiste rekonstruieren lässt. Wissensverlust ist immer sehr bedauerlich!
Wissensverlust gibt's da nicht. Wäre Russland ein Land, in dem Forschung, Entwicklung, Wissenschaft und Kultur einen hohen Stellenwert genießen würde, dann wären die Bücher längst digitalisiert. Ich denke, dass die Digitalisierung durchaus schon stattgefunden haben könnte. Dann gibt es also auch keinen Wissenschverlust. Ist also kein großer Verlust.
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