Schloss Bellevue Steinmeier dekoriert mit DDR-Kunst um

Zum 30. Jubiläum des Mauerfalls zeigt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Gemälde von DDR-Künstlern im Schloss Bellevue - eine Verbeugung vor allen, "die im Jahr 1989 den Mut aufgebracht haben, auf die Straße zu gehen."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Trak Wendischs Gemälde "Seiltänzer" (1984)
Bernd von Jutrczenka/ DPA

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Trak Wendischs Gemälde "Seiltänzer" (1984)


In der Eingangsgalerie von Schloss Bellevue, durch die praktisch alle Besucher kommen, sind nun fünf großformatige Bilder von DDR-Künstlern zu sehen; Werke von Hartwig Ebersbach, Günter Firit, Angela Hampel, Harald Metzkes und Trak Wendisch. Zum 30. Jubiläum des Mauerfalls hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ihre Gemälde aufhängen lassen. Er will so an die friedliche Revolution erinnern, "die vor 30 Jahren im Sommer mit den Fluchtbewegungen ein erstes Beben spüren ließ", von den Oppositionsbewegungen vorangetrieben worden sei und mit der Öffnung der Berliner Mauer einen "welthistorischen Höhepunkt" erreicht habe.

Die Bilder hingen dort "als Verbeugung vor allen, die im Jahr 1989 den Mut aufgebracht haben, auf die Straße zu gehen", sagte Steinmeier. Mit ihnen verbeuge er sich auch vor allen anderen Künstlern in der DDR, die etwas riskierten und statt der verordneten, parteilichen Sicht auf die Welt ihrem eigenen Gewissen folgten.

Steinmeier und das Gemälde "Januskopf" (1977) von Harald Metzkes
Bernd von Jutrczenka/ DPA

Steinmeier und das Gemälde "Januskopf" (1977) von Harald Metzkes

Die Leihgaben aus Berlin, Dresden und Halle (Saale) entstanden in der Zeit nach der Ausbürgerung des regimekritischen Liedermachers Wolf Biermann 1976 bis zum Mauerfall 1989. In Bellevue sollen die Bilder bis zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung im Oktober kommenden Jahres hängen. Auch die Besucher des Bürgerfests im Schloss Bellevue an diesem Samstag können sie sehen.

Lesen Sie hiereinen Text über die Ausstellung von DDR-Kunst im Düsseldorfer Museum Kunstpalast, deren Schirmherr ebenfalls der Bundespräsident ist.

evh/dpa/AFP



insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
kaltmamsell 29.08.2019
1. Hastig das Relevante eruieren? Geht sowieso nicht
Nur die Zeit in ihrem unspektakulären Verlauf wird uns das Besondere und Bewahrenswerte erkennen lassen. Erstaunen mag es, dass in diesem Zusammenhang Eigeninterpretationen oder auch explizite politische Positionen der Künstler selber möglicherweise gar nicht mal so ins Gewicht fallen. Eines kann man sagen, wenn es auch noch so banal und gerade dadurch befremdlich klingt: Was DDR-Kunstwerke angeht, handelt es sich um ein abgeschlossenes Sammelgebiet. Unwiederbringlich dahin. Da trifft in Deutschland das kreative Schaffen aus vier Jahrzehnten des sozialistischen Ostens auf vergangene Zeit-Ikonen des Westens, die uns hier beispielsweise auch den Hinschied des Kodak-Karussels für Dia-Fotos doch etwas melancholisch betrauern lassen. Ganz zu schweigen von vielen Erfindungen und Marken-Legenden, die rein deutscher Provenienz waren.
Zukunft3.0 29.08.2019
2.
Etwas spät für meinen Geschmack. Warum gerade jetzt? Brauchte es dazu den 30. Jahrestag des Mauerfalls?
mbargholz 30.08.2019
3. ostdeutsch ist nicht immer DDR
eine begrüßenswerte Aktion . Aber im Artikel sollte es nicht "DDR- Kunst" heißen, sondern "ostdeutsche Kunst", denn unter DDR-Kunst versteht man meistens die ideologisch angepasste, linientreue Staatskunst- und das waren die genannten Künstler nicht
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