"Frankfurter Rundschau" Gerettet, aber künftig nur noch eine Mini-Redaktion

Nach der Übernahme der "FR" durch die "FAZ" gibt es nach SPIEGEL-Informationen nun Details zur Redaktion. Künftig sollen nur 17 Redakteure den überregionalen Teil der Zeitung stemmen. Trotz der Mini-Crew gibt es auch Erleichterung: Das Blatt könne sein linksliberales Profil schärfen.
"Frankfurter Rundschau": Künftig nur noch mit Mini-Redaktion

"Frankfurter Rundschau": Künftig nur noch mit Mini-Redaktion

Foto: Nicolas Armer/ dpa

Die "FAZ" will den überregionalen Teil der Anfang des Jahres übernommenen "Frankfurter Rundschau" mit einem Mini-Team stemmen. Nach Informationen aus Verlagskreisen sollen für den Politik- und Nachrichtenteil sieben, für die Wirtschaft vier, für den Sport drei und für den Kulturteil drei Redakteure arbeiten. Die meisten werden neu eingestellt, da die "FR" noch bis Ende Mai ihren Mantelteil komplett von der "Berliner Zeitung" geliefert bekommt.

Mit dem ehemaligen Schwesterblatt ist überdies eine Kooperation über die Lieferung von Texten vereinbart. In der Redaktion der "FR" wird die Schrumpfkur mit gemischten Gefühlen gesehen. Das Team sei eigentlich zu klein, aber immerhin bestehe die Chance, das linksliberale Profil des Blattes wieder zu schärfen, weil die Frankfurter dann selbst entscheiden können, welche Texte erscheinen. Überraschend positiv fiel die Befragung der "FR"-Leser aus.

Die meisten sprachen sich dafür aus, das kleinere Tabloid-Format beizubehalten. Im Verlag hatte man eher mit einer Ablehnung der 2007 eingeführten Form gerechnet und sogar überlegt, zum Broadsheet-Format zurückzugehen, in dem auch die "FAZ" erscheint. Eine Entscheidung über das Format steht indes noch aus.

Nach jahrelanger Krise hatte die "FR" aufgrund der hohen Verluste im vergangenen November Insolvenz angemeldet. Im Februar 2013 hatte schließlich die "FAZ" das kriselnde Blatt übernommen.

rom
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