Freedom Tower Ein unumstößlicher Neuentwurf

Bombensicher soll der geplante Freedom Tower am Ground Zero werden. So will es der neue Entwurf für den Wolkenkratzer, der gestern Abend in New York vorgestellt wurde. Es ist bereits das dritte Modell in zwei Jahren; von Daniel Libeskinds Ideen ist kaum mehr etwas übrig.


Architekt David Childs, New Yorks Governeur George Pataki, Investor Silverstein, Architekt Libeskind: Auf Nummer sicher gehen
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Architekt David Childs, New Yorks Governeur George Pataki, Investor Silverstein, Architekt Libeskind: Auf Nummer sicher gehen

New York - Aus Rücksicht auf Sicherheitsbedenken ist der Entwurf für den sogenannten Freedom Tower in New York erneut überarbeitet worden. Gouverneur George Pataki stellte am Mittwoch das Modell des Turms vor, dessen Fundament selbst Anschläge mit Lkw-Bomben überstehen soll.

"Dieses neue Design spiegelt eine erhabene Verneigung vor der Freiheit und eine Verpflichtung zu Sicherheit und Schutz wider", sagte Pataki. Der "Freedom Tower" auf dem Gelände von Ground Zero soll auf einem Fundament von rund 60 Metern Höhe errichtet werden, das durch eine spezielle Stahl-Titan-Mischung selbst schwersten Explosionen standhalten soll. Der Sockel würde das geplante Mahnmal für die Opfer des Anschlags vom 11. September überragen.

Mit einer Gesamthöhe von 541 Metern soll das Bauwerk das größte Hochhaus der Welt werden. Die Höhe entspricht genau 1776 Fuß - eine Anspielung auf die amerikanische Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1776. Mit der Fertigstellung wird Expertenmeinungen zufolge wohl nicht vor 2010 zu rechnen sein. Die Baukosten wurden bislang auf etwa 1,5 Milliarden Dollar (1,24 Milliarden Euro) geschätzt, könnten durch die baulichen Veränderungen jedoch möglicherweise steigen.

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Freedom Tower: Überragend und sicher

Der jetzt vorgelegte Entwurf ist bereits der dritte innerhalb von zwei Jahren. Eine internationale Jury hatte im Februar 2003 eigentlich das Modell des Architekten Daniel Libeskind ausgewählt. Der Pächter von Ground Zero, Larry Silverstein, bemängelte jedoch zu geringe Bürokapazitäten und ließ die Pläne von eigenen Architekten umfassend überarbeiten. Im April dieses Jahres mahnte dann die Polizei aus Sicherheitsgründen weitere Änderungen an.

Von Daniel Libeskinds ursprünglich erdachten architektonischen Ideen sind nur einige übrig geblieben, darunter die symbolträchtige Höhe des Turms. Unter den Tisch fielen die von ihm geplante asymmetrische Spitze sowie die sich nach oben hin verjüngende Fassade. Auch die Windmühlen, die in luftiger Höhe Energie produzieren sollten, wurden gestrichen. Dafür soll die dritte Version des "Freedom Towers" nun stärker an die kantigen Türme des zerstörten World Trade Center erinnern.



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