Mexikanische Künstlerin Forscher wollen erstmals Tonaufnahmen von Frida Kahlo gefunden haben

Wie Frida Kahlo aussah, ist hinreichend bekannt. Aber wie klang die Stimme der mexikanischen Malerin? Auf diese Frage haben Forscher in Mexiko nun womöglich eine Antwort gefunden.

Gemaltes Selbstporträt der Künstlerin Frida Kahlo
BANCO DE MEXICO DIEGO ROVERA & FRIDA KAHLO MUSEUMS TRUST/ DPA

Gemaltes Selbstporträt der Künstlerin Frida Kahlo


In Mexiko soll zum ersten Mal eine Tonbandaufnahme mit der Stimme der Malerin Frida Kahlo aufgetaucht sein. "Darauf haben wir lange gewartet", sagte der Direktor von Mexikos nationalem Audioarchiv, Pável Granados. Die Stimme der berühmten Künstlerin sei stets ein großes Rätsel gewesen.

Bei der Aufnahme handelt es sich um einen Radiobeitrag, in dem offenbar Kahlo ihren Ehemann, den Muralisten Diego Rivera, als "großes Kind, immens, mit freundlichem Gesicht und traurigem Blick" beschreibt.

Der Beitrag könnte 1953 oder 1954 aufgenommen worden sein, wurde aber vermutlich erst nach Kahlos Tod ausgestrahlt. Im Anschluss an die Textpassage sagt der Moderator: "Diese Stimme, die nicht mehr existiert, sondern nur in der Beständigkeit ihrer Worte fortbesteht, die Stimme von Frida Kahlo, hat uns in die ferne Kindheit des Malers entführt."

Die Aufnahme wurde in einem Archiv von 146.000 Beiträgen entdeckt, das der Radiosender Televisa der Phonothek zur Digitalisierung und Auswertung überlassen hatte. Die Aufnahme soll nun noch weiter untersucht werden, um abschließend zu klären, ob es sich tatsächlich um eine Aufnahme von Kahlo handelt.

Rivera und Kahlo im Jahr 1939: "Großes Kind mit traurigem Blick"
AP/dpa

Rivera und Kahlo im Jahr 1939: "Großes Kind mit traurigem Blick"

Frida Kahlo ist die wohl bekannteste Malerin Lateinamerikas. Als Tochter des deutschen Fotografen Carl Wilhelm "Guillermo" Kahlo wurde sie 1907 in Coyoacán im heutigen Mexiko-Stadt geboren. Als Sechsjährige erkrankte sie an Kinderlähmung, mit 18 Jahren erlitt sie einen schweren Verkehrsunfall, der sie fast das Leben kostete. Sie wurde mehr als 30 Mal operiert und musste jahrelang ein Stahlkorsett tragen.

Die ständigen körperlichen Schmerzen verarbeitete Kahlo in ihren Bildern. Prägend war zudem ihre Beziehung zu dem Maler Diego Rivera, den sie zweimal heiratete. Über die ständigen Seitensprünge ihres Mannes tröstete sie sich mit eigenen Affären hinweg - sowohl mit Männern als auch mit Frauen. Am 13. Juli 1954 starb sie an einer Lungenembolie.

aar/dpa/AFP



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Hexavalentes Chrom 13.06.2019
1. Für was?
Müssen wir alles konsumieren? Muss alles bewahrt werden? Ist es nicht eine Schande, dass, wie in einem anderen Artikel zu lesen war, jemand das Gesicht der Shoa wird? Diese hat aus gutem Grund kein Gesicht. Was soll das alles? Aufbereitungen, Zubereitungen für was? Alles, was wir wissen müssen, ist in ihren Bildern. Was hat sie mehr zu sagen? Und warum sollen wir uns das anhören?
Neustädter_02 13.06.2019
2. Für was...?
Zitat von Hexavalentes ChromMüssen wir alles konsumieren? Muss alles bewahrt werden? Ist es nicht eine Schande, dass, wie in einem anderen Artikel zu lesen war, jemand das Gesicht der Shoa wird? Diese hat aus gutem Grund kein Gesicht. Was soll das alles? Aufbereitungen, Zubereitungen für was? Alles, was wir wissen müssen, ist in ihren Bildern. Was hat sie mehr zu sagen? Und warum sollen wir uns das anhören?
Es gibt Menschen, die lieben Frida Kahlo, auch wenn sie ihr nie persönlich begegnet sind. Die wird es freuen, ihre Stimme zu hören. Noch dazu, wo sie ein sehr schönes und klares Spanisch spricht... Was würde ich dafür geben, z.B. Schopenhauers Stimme hören zu können oder Lawrence Sternes. Das ist einfach eine Form der "Kontaktaufnahme" mit Personen, die man mag, die aber leider schon verstorben sind. Schopenhauer hat geahnt, dass seine Leser dieses Bedürfnis haben werden und daher den Parerga und Paralipomena einige Gedichte hinzugefügt, die ihn den Lesern auch posthum näherbringend sollten. Was das alles mit der Shoa zu tun hat, muss wohl Ihr spezielles Geheimnis bleiben.
Spanischefrau 13.06.2019
3. Einverstanden
Schopenhauers Stimme! Das möchte ich hören!!! Fridas Stimme klingt sehr fröh, unglaublich weil sie sehr krank war und viele Schmerz bekommen hat. Ich finde sehr interessant, die Stimme zu hören. Unsere Vorstellung für diese Person ist jetzt größer.
Hexavalentes Chrom 13.06.2019
4. Am sprechenden Wühltisch
Zitat von Neustädter_02Es gibt Menschen, die lieben Frida Kahlo, auch wenn sie ihr nie persönlich begegnet sind. Die wird es freuen, ihre Stimme zu hören. Noch dazu, wo sie ein sehr schönes und klares Spanisch spricht... Was würde ich dafür geben, z.B. Schopenhauers Stimme hören zu können oder Lawrence Sternes. Das ist einfach eine Form der "Kontaktaufnahme" mit Personen, die man mag, die aber leider schon verstorben sind. Schopenhauer hat geahnt, dass seine Leser dieses Bedürfnis haben werden und daher den Parerga und Paralipomena einige Gedichte hinzugefügt, die ihn den Lesern auch posthum näherbringend sollten. Was das alles mit der Shoa zu tun hat, muss wohl Ihr spezielles Geheimnis bleiben.
Manche Menschen halten es für Liebe, den anderen zu konsumieren und restlos alles von ihm zu verarbeiten und zu benutzen. Andere wiederum vertiefen jedes Geheimnis des Anderen, weil sie wissen, dass darin die Liebe wohnt. Sie vertiefen es mit ihrer Bewunderung und konstruieren eine Beziehung sondergleichen. Eine Halluzination, die den Anderen schützt. Sie produzieren. Das ist das Gegenteil von konsumierenden Akten. Mit dem Antlitz der Shoa hat das insoweit zu tun, als das mit ihrem schönen Gesicht, der Konsum erleichtert wird. Der Verzehr und die Verwandlung in ein Stoffwechselendprodukt. Anne Frank, ach ja, die Anne Frank. Ganz schlimm. Das arme Mädchen. Die Konsumierenden sind auch die alles Begrapschenden. Ohne Diskretion. Ohne Würde. Ohne Heiliges. Alles ist Snack. Nun greifen Sie zu am sprechenden Wühltisch. Sie werden dort sicher auch Spoken-Words-Produkte über Anne Frank finden. Ganz frisch und überaus trendig.
Neustädter_02 13.06.2019
5. Ich sag's mal so...
Zitat von Hexavalentes ChromManche Menschen halten es für Liebe, den anderen zu konsumieren und restlos alles von ihm zu verarbeiten und zu benutzen. Andere wiederum vertiefen jedes Geheimnis des Anderen, weil sie wissen, dass darin die Liebe wohnt. Sie vertiefen es mit ihrer Bewunderung und konstruieren eine Beziehung sondergleichen. Eine Halluzination, die den Anderen schützt. Sie produzieren. Das ist das Gegenteil von konsumierenden Akten. Mit dem Antlitz der Shoa hat das insoweit zu tun, als das mit ihrem schönen Gesicht, der Konsum erleichtert wird. Der Verzehr und die Verwandlung in ein Stoffwechselendprodukt. Anne Frank, ach ja, die Anne Frank. Ganz schlimm. Das arme Mädchen. Die Konsumierenden sind auch die alles Begrapschenden. Ohne Diskretion. Ohne Würde. Ohne Heiliges. Alles ist Snack. Nun greifen Sie zu am sprechenden Wühltisch. Sie werden dort sicher auch Spoken-Words-Produkte über Anne Frank finden. Ganz frisch und überaus trendig.
Was'n Quatsch! Finden Sie eigentlich selbst einen Sinn in Ihrem Wortgeklingel? Kunst und Kommerz waren noch nie eindeutig voneinander getrennt. Oder meinen Sie, Lysippos hätte seine Skulpturen umsonst geschaffen, Homer für umme gesungen oder Sophokles seine Stücke verschenkt? Und lassen Sie bitte die Shoa aus dem Spiel! Das ist einfach nur geschmacklos. Es geht hier um die Stimme von Frida Kahlo und um die Menschen, die froh sind, sie hören zu können. Sonst um gar nichts.
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