"Dream Football League" in Katar "Times" entschuldigt sich für Fußball-Ente

Die 24 besten Fußballvereine der Welt, zwei Milliarden Dollar Preisgeld - Katar plante angeblich ein Traum-Fußballturnier. Das berichtete die britische "Times". Leider stimmt davon: nichts. Die Redaktion hat sich nun für die kapitale Ente entschuldigt.


London - Katar ist für Veranstaltungen der Superlative bekannt. Das Emirat hat den Zuschlag für die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2022 erhalten und verspricht ein Turnier der Extraklasse. Deshalb dachten sich die Redakteure der angesehenen Londoner Tageszeitung "The Times" wohl nichts dabei, als sie am Montag die Meldung verbreiteten, Katar plane unter dem Titel "Dream Football League" (DFL) eine Superliga mit den 24 besten Fußballvereinen der Welt. Alle zwei Jahre sollte die astronomische Summe von zwei Milliarden Dollar Preisgeld ausgespielt werden.

Das Problem: Diese Geschichte war zuvor in einem französischen Magazin als Satire erschienen. Sie stellte sich als falsch heraus, die "Times" entschuldigte sich nun bei ihren Lesern. "Wenn wir falsch liegen, dann müssen wir auch unsere Hände heben", schrieb Fußballchef Tony Evans in der Montagausgabe der "Times".

Über die Zeitung aus dem Imperium von Medienmogul Rupert Murdoch war ein Sturm der Entrüstung im Internet hereingebrochen. Evans verteidigte seinen Reporter, der den Vorwurf zurückwies, er habe versehentlich eine Satire abgeschrieben. Seine Quellen seien andere gewesen. Die Geschichte komme aus dem Umfeld der katarischen Eigner des Pariser Fußballclubs St. Germain.

Evans erklärte in seinem Entschuldigungs-Beitrag am Montag, die Geschichte sei schlüssig gewesen: "Wenn ein Land die Möglichkeiten hat, einen solchen Wettbewerb zu starten, dann ist es Katar." Viele wichtige Fußball-Persönlichkeiten seien befragt worden, nicht alle hätten die Story sofort für lächerlich erklärt.

cbu/dpa



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