G+J-Chef Buchholz "Es geht uns gar nicht gut"
Gruner+Jahr-Chef Buchholz: Rote Jahresbilanz nicht ausgeschlossen
Foto: A3923 Angelika Warmuth/ dpaHamburg - Gruner+Jahr (G+J) hatte bereite in den ersten sechs Monaten einen Verlust von 57 Millionen Euro bekanntgegeben. "Es geht uns nicht gut", sagte Verlagschef Buchholz dem SPIEGEL.
Bis zum Jahresende muss G+J insgesamt 200 Millionen Euro einsparen. Die Summe solle zu je einem Drittel aus Deutschland, aus dem internationalen Geschäft sowie den Druckereien und Beteiligungen kommen.
Bis Ende September seien Chefredakteure, Verlags- und Bereichsleiter aufgefordert, konkrete Vorschläge zu liefern, was in den Redaktionen und Abteilungen "verändert, gespart, ausgelagert oder zusammengelegt werden kann. Es reicht definitiv nicht mehr, nur kurzfristig die Marketingkosten und Heftumfänge zu drücken", so Buchholz.
"Ich bewahre hier nicht auf Teufel komm raus alte Ideale, um am Ende als Letzter das Licht ausmachen zu müssen." Dem Verlagschef schweben dabei offenbar auch redaktionelle Zusammenlegungen nach dem Vorbild der G+J-Wirtschaftspresse vor.
"Jedes Magazin hat Dinge, die es zwingend selbst machen muss, und andere, die es sich aus den vielen Manufakturen unseres Hauses besorgen kann. Größe muss irgendwann auch in Größenvorteile umschlagen. Das Rätsel im 'Stern' bastelt die Redaktion ja auch nicht mehr selber."
Dass selbst hochprofitable Magazine wie der "Stern" kräftig sparen müssen, verteidigte Buchholz: "Bei allem Glauben an Qualitätsprodukte: Wir werden doch angesichts des globalen Abwärtstrends nicht behaupten können, dass wir es als Einzige schaffen, das klassische Magazingeschäft noch auszubauen."