G7-Gipfel Frankreich weist deutschen Radiojournalisten aus

Hohe Sicherheitsvorkehrungen begleiten den G7-Gipfel, der Ende August in Biarritz stattfinden soll. Nun wurde ein freier Mitarbeiter eines linksalternativen Radiosenders aus Deutschland des Landes verwiesen.

Hinweis auf Sicherheitsmaßnahmen zum G7-Gipfel
David Aguilar/EPA-EFE/REX

Hinweis auf Sicherheitsmaßnahmen zum G7-Gipfel


Die französischen Behörden haben vor dem G7-Gipfel in Biarritz einen freien Mitarbeiter des deutschen Radiosenders Radio Dreyeckland (RDL) ausgewiesen. Das französische Innenministerium teilte am Donnerstag mit, dass gegen den Deutschen bereits seit dem 18. Juli ein Aufenthaltsverbot vorliege. Zu den Gründen dieses Verbots äußerte sich das Ministerium nicht.

Der linksalternative Freiburger Sender protestierte "auf das Schärfste" gegen die Ausweisung seines freien Mitarbeiters. "Luc war auf dem Weg zum G7-Gipfel in Biarritz, um von dort unter anderem für RDL zu berichten. Nun wurde er ohne Bescheid und ohne Einräumen einer Frist unverzüglich ausgewiesen", heißt es bei dem Sender. Als Begründung sei ihm mitgeteilt worden, er sei verdächtig, beim G20-Gipfel in Hamburg im Sommer 2017 Straftaten verübt zu haben.

Der Reporter sagte in einem Beitrag für Radio Dreyeckland, das französische Innenministerium wolle vor dem G7-Gipfel "störende Personen" aus dem Land entfernen. Er sei nach einer Verkehrskontrolle festgenommen worden und habe fast 24 Stunden in einer Auslieferungszelle verbracht, weil er als "linker Aktivist" eingestuft worden sei. Die französischen Polizisten hätten ihn auch darauf hingewiesen, dass er vor anderthalb Jahren in der Nähe des unterirdischen Atommüll-Endlagers in Bure im Département Meuse kontrolliert worden sei. Um gegen das Aufenthaltsverbot vorzugehen, habe er eine Anwältin eingeschaltet.

Die französischen Behörden verhängten vor dem G7-Gipfel, der vom 24. bis 26. August im südwestfranzösischen Biarritz stattfinden soll, drastische Sicherheitsmaßnahmen. Sie verwiesen dabei auf eine Bedrohung durch "gewalttätige Gruppen".

sku/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.