Gerichtsstreit Christiansen gegen Ex, Runde drei

Was sich geliebt hat, das verklagt sich: Sabine Christiansen wehrt sich gegen eine gerichtlich verordnete Nachzahlung in Millionenhöhe an die Firma ihres früheren Ehemanns Theo Baltz.


Berlin - Christiansens Firma TV21 habe Berufung gegen ein entsprechendes Urteil eingelegt, teilte das Berliner Kammergericht am Donnerstag mit und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Das Berliner Landgericht hatte Christiansens Produktionsfirma TV21 Mitte Dezember dazu verurteilt,rund 1,1 Millionen Euro Honorare plus Zinsen an die Baltz-Firma Medienkontor nachzuzahlen. Sollte das Gericht die Berufung zulassen, könnte es noch in diesem Jahr zu einem neuen Prozess kommen. Mit der Berufung geht Christiansen, 50, nun in die zweite Instanz gegen die Firma ihres Ex-Mannes, mit dem sie von 1994 bis 2003 verheiratet war.

Moderatorin Christiansen: Will Ex-Mann nicht auszahlen
DDP

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Hintergrund der Klage sind umstrittene Leistungen für die ARD-Talkshow "Sabine Christiansen". Seit September 2002 hatte Christiansens Unternehmen TV21 die Sendung im Auftrag des NDR hergestellt. Baltz' Firma Medienkontor wiederum sollte gegen eine Pauschale von etwa 40.000 Euro pro Sendung Studio und Technik für die Talkshow bereitstellen. Christiansens Unternehmen bemängelte, dass Medienkontor eben diese Leistungen nicht vollständig erbracht habe. Daher habe sie einen Teil der Honorare für die Jahre 2003 bis zum Ende der Talkshow im Juni 2007 nicht gezahlt.

Das Landgericht hatte in seinem Urteil vom Dezember zwar eingeräumt, dass die Baltz-Firma bestimmte Leistungen tatsächlich nicht erbracht habe. Das Gericht ging jedoch von einem Pauschalvertrag aus, bei dem die weggefallenen Leistungen im Verhältnis zum Gesamtvolumen nicht derart ins Gewicht fallen, dass Kürzungen berechtigt seien. Das Preis-Leistungs-Verhältnis sei nicht gestört gewesen, urteilte der Richter - und verdonnerte deshalb TV21 zur Zahlung.

Christiansens Unternehmen hatte zuvor in einer Gegenklage 700.000 Euro für nicht erbrachte Leistungen von Medienkontor eingefordert - allerdings erfolglos.

tdo/dpa



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