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07. November 2013, 10:21 Uhr

Entlassene Journalisten

Griechische Polizei räumt besetztes Staatsfunkgebäude

Über Nacht wurde der griechische Staatsfunk ERT geschlossen, 2700 Journalisten und Techniker verloren ihre Arbeit. Knapp 200 von ihnen haben sich seitdem im Gebäude verschanzt - und über das Internet weitergesendet. Dagegen ist die Polizei jetzt vorgegangen.

Athen - Mit der Aktion solle die "Legalität wiederhergestellt werden": In den frühen Morgenstunden hat die griechische Polizei das seit mehreren Monaten besetzte Gebäude des ehemaligen staatlichen Fernsehens (ERT) geräumt. Die Beamten durchkämmten das Gebäude und führten 200 Demonstranten nach draußen. Beobachter berichten, die Polizei habe Tränengas eingesetzt. Der staatlichen Nachrichtenagentur ANA zufolge wurden vier Menschen festgenommen, darunter ein Vertreter der Mitarbeitergewerkschaft.

Die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras hatte den hoch defizitären ERT aus finanziellen Gründen am 11. Juni überraschend geschlossen und auf einen Schlag fast 2700 Mitarbeiter arbeitslos gemacht. Die Entscheidung löste wochenlange Proteste und Solidaritätsstreiks aus. Ehemalige ERT-Beschäftigte hielten den Sender seither besetzt und strahlten ein Notprogramm über das Internet aus.

"Es gab keine Gewalt. Wir haben ruhig das Gebäude verlassen", sagte ein Techniker. Vor dem Gebäude versammelten sich etwa 200 Aktivisten und einige Abgeordnete der Partei "Bündnis der radikalen Linken". Sie protestierten gegen den Polizeieinsatz und solidarisierten sich mit den Journalisten. Der griechische Regierungssprecher Simos Kedikoglou sagte hingegen, die Journalisten hätten das Rundfunkgebäude in "eine Art Widerstandszentrum gegen die Regierungsentscheidungen" verwandelt.

Neben dem eigenständigen Betrieb des ERT wird seit Juli ein weiteres staatliches Radio- und Fernsehprogramm ausgestrahlt, allerdings auch nur provisorisch. Die EDT (Ellinikí Dimósia Teleórasi - "Hellenisches Öffentliches Fernsehen") sendet aus einem kleinen Studio in Athen. Laut Regierung ist das eine Übergangslösung. Ein neues kleineres Staatsfernsehen und -radio unter dem Namen Nerit soll in den nächsten Monaten starten.

vks/dpa/AP/AFP/Reuters

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