Medienkrise "Brigitte" entlässt alle Textredakteure

Radikaler Umbau: Die Frauenzeitschrift "Brigitte" entlässt alle fest angestellten schreibenden Redakteure - und stockt dafür die Führungsebene auf.
"Brigitte"-Cover am Kiosk: Elf Redakteure müssen gehen

"Brigitte"-Cover am Kiosk: Elf Redakteure müssen gehen

Foto: Andreas Gebert/ picture alliance / dpa

Hamburg - Drastischer hätten die Sparmaßnahmen für die Frauenzeitschrift "Brigitte" nicht ausfallen können: Der herausgebende Verlag Gruner + Jahr kündigt an, betriebsbedingt allen schreibenden Redakteuren zu kündigen. Elf Planstellen werden damit zukünftig wegfallen. Derzeit sind bei den drei Print-Titeln "Brigitte", "Brigitte Woman" und "Brigitte Mom" 71 Mitarbeiter beschäftigt.

In einem internen Papier heißt es zu den Stellenstreichungen: "Zukünftig werden die Titel der 'Brigitte'-Gruppe von einem agilen, kreativen und flexiblen Kompetenzteam ausgedacht und produziert. Durch diese Strukturumstellung holt 'Brigitte' mehr Vielfalt und Potenzial von außen rein."

Im Klartext heißt das: Statt fest angstellter Autoren werden jetzt freie Mitarbeiter den kreativen Teil der Textproduktion liefern.

Es soll aber gleichzeitig eine neue "Führungsebene" in die Redaktionsstruktur integriert werden. Dafür sollen sechs Stellen geschaffen werden, die dann intern besetzt werden. Das heißt, es wird bei "Brigitte" zwar insgesamt weniger fest angestellte Mitarbeiter geben, dafür aber mehr Chefs.

Der Jahreszeiten-Verlag mit Frauen-Titeln wie "Für Sie" hatte schon 2010 einen ähnlichen Personalumbau bei seinen Magazinen vollzogen.

Hintergrund der Spar- und Umstrukturierungsmaßnahme bei der "Brigitte": Wie Anfang Oktober bekannt wurde, wird der kriselnde Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr zum 1. November komplett von dem Medienkonzern Bertelsmann übernommen. Gruner + Jahr hatte bereits im August angekündigt, in den kommenden drei Jahren rund 400 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen. Angesichts rückläufiger Marktentwicklungen im Printgeschäft sollen in diesem Zeitraum 75 Millionen Euro eingespart werden. Das Geschäft mit digitalen Inhalten soll ausgebaut werden.

cbu
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.