Aufregung um doppelte Stimmabgabe Jauch springt di Lorenzo bei

"Das ist einfach nur daneben": Günther Jauch verteidigt in einem Beitrag für die "Bild"-Zeitung seinen Talkshow-Gast Giovanni di Lorenzo - und verurteilt die Aufregung um dessen doppelte Stimmabgabe bei der Europawahl.
Giovanni di Lorenzo bei Talkshow "Günther Jauch"

Giovanni di Lorenzo bei Talkshow "Günther Jauch"

Foto: Paul Zinken/ dpa

Hamburg - Jetzt, drei Tage nach der Show, die Schlagzeilen machte, meldet sich der Talk-Gastgeber zu Wort: Nach seiner doppelten Stimmabgabe bei der Europawahl bekommt "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo Rückendeckung von Günther Jauch.

In einem Gastbeitrag für die "Bild"-Zeitung schreibt Jauch, was in der öffentlichen Debatte aus dieser "Petitesse" entstanden sei, habe ihn fassungslos gemacht. Von der Diskussion in seiner Sendung bleibe nun nur hängen, dass di Lorenzo ein Wahlfälscher sei. "Das ist für mich so absurd, dazu noch gemein und im Namen angeblicher 'political correctness' einfach nur daneben", so Jauch.

Di Lorenzo hatte in der Sendung am Sonntag freimütig berichtet, dass er bei der Europawahl zweimal gewählt hat - einmal als italienischer Staatsbürger im Konsulat des Landes in Hamburg, und ein zweites Mal als Bundesbürger in einer Grundschule der Hansestadt. Wer zwei EU-Staatsbürgerschaften hat, darf nach dem Europawahlgesetz aber nur in einem EU-Land wählen. Di Lorenzo beteuert, das habe er nicht gewusst. Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt trotzdem.

Das Europawahlgesetz schreibt vor, dass jeder Wahlberechtigte nur einmal seine Stimme abgibt. Über die Problematik von EU-Bürgern, die ihren Wohnsitz in einem anderen Mitgliedsland haben, hatte vor wenigen Tagen ausgerechnet die Online-Ausgabe der "Zeit" berichtet .

"Mir tut das aufrichtig leid", sagte di Lorenzo der "Bild"-Zeitung - und fügte an: "Mir war nicht bewusst, dass man bei der Europawahl nicht in zwei Ländern abstimmen darf. Hätte ich es gewusst, hätte ich es nicht getan und natürlich auch nicht in der Sendung von Günther Jauch erzählt."

otr/dpa
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