Zeichner der Knollennasen Cartoonist Mordillo ist tot

Seine runden Figuren mit Knollennasen machten ihn in den Siebzigerjahren berühmt und zu einem der meistveröffentlichten Zeichner. Nun ist der Cartoonist Guillermo Mordillo mit 86 Jahren gestorben.

Guillermo Mordillo
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Guillermo Mordillo


Der argentinische Cartoonist Guillermo Mordillo ist tot. Nach Berichten der Zeitung "El Pais" und der Nachrichtenagentur Efe starb der Zeichner am Samstag auf Mallorca, wo er ein Haus besaß. Das bestätigte seine Familie.

Dass er Zeichner werden wollte, das wusste Mordillo schon ganz früh. "Es war der zweite Tag nach meiner Geburt. Am ersten wurde ich geboren, am zweiten dachte ich: 'Ich will ein Karikaturist werden'", sagte er in einem Interview. Anfangs illustrierte er Kinderbücher, dann einige Märchenfilme. Anfang der Sechzigerjahre verließ Mordillo Südamerika und ging nach New York. Dort engagierte ihn das Filmstudio Paramount Pictures und Mordillo hauchte Cartoon-Serien wie "Popeye" Leben ein.

Der internationale Durchbruch gelang dem Cartoonisten dann allerdings in Europa: 1963 reiste er nach Paris - angeblich ohne französisch zu sprechen - und begann, seine heute populären Figuren zu kreieren. Knollennasen, kugelrunde Augen, ein paar Haare dazu und runde Gliedmaßen, Mordillos humorvolle Maskottchen sehen sich alle ähnlich. Und kommen ohne Sprache aus, denn Gestik und Mimik reichen aus, um zu verstehen, wie sie sich fühlen.

Kommen ohne Sprache aus und machten ihren Zeichner weltberühmt: die runden Figuren Mordillos
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Kommen ohne Sprache aus und machten ihren Zeichner weltberühmt: die runden Figuren Mordillos

In den Siebzigerjahren machten sie ihren Schöpfer weltweit berühmt: Nach dem Erfolg der Cartoon-Serie "Das Piratenschiff" waren Poster, Schulartikel, Plüschtiere, Bücher, Spielfiguren mit Mordillos Figuren überall gefragt. In Deutschland waren sie zum Beispiel in den Werbespots der ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne" zu sehen.

"Wir brauchen Humor, weil wir in einer Welt leben, die nicht zu hundert Prozent glücklich ist", sagte Mordillo einmal. Nun ist der Künstler gestorben. Er wurde 86 Jahre alt.

evh

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insgesamt 4 Beiträge
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PTerGun 01.07.2019
1. Seltsam
Erstmal, möge dieser einzigartige Held meiner Kindheit, der mich und vermutlich viele Menschen meiner Generation zum Zeichnen inspiriert hat und ihren Humor prägte, in Frieden ruhen. Das seltsam im Betreff meines Kommentars ist dem Umstand gewidmet, dass bei SPON der Kultuteil eigentlich seit je her zu gefühlt 30-50 Prozent aus Todesmeldungen und Nachrufen besteht, zumindest wenn es um die Betrachtung einzelnere Künstler geht. Ich halte es schon für sinnvoll, verstorbene Künstler zu würdigen. Aber man wird den Eindruck nicht los, als sei das eine wichtige Grundvoraussetzung, um hier im Kulturteil überhaupt erwähnt zu werden.
fatal.justice 01.07.2019
2. Pflichte...
Zitat von PTerGunErstmal, möge dieser einzigartige Held meiner Kindheit, der mich und vermutlich viele Menschen meiner Generation zum Zeichnen inspiriert hat und ihren Humor prägte, in Frieden ruhen. Das seltsam im Betreff meines Kommentars ist dem Umstand gewidmet, dass bei SPON der Kultuteil eigentlich seit je her zu gefühlt 30-50 Prozent aus Todesmeldungen und Nachrufen besteht, zumindest wenn es um die Betrachtung einzelnere Künstler geht. Ich halte es schon für sinnvoll, verstorbene Künstler zu würdigen. Aber man wird den Eindruck nicht los, als sei das eine wichtige Grundvoraussetzung, um hier im Kulturteil überhaupt erwähnt zu werden.
... Ihnen bei, dass dem künstlerischen Sterbebett gefühlt die Hälfte aller Artikel im Kulturressort gewidmet wird. Vermutlich ist es aber auch schwierig, alle Protagonisten der Gegenwartskunst angemessen zu würdigen, wenn nur ca. 200 Artikel per anno das Licht der Welt erblicken dürfen. Die eine Hälfte befasst sich mit Nachrufen, die andere selektiert aus dem Übermaß den größten gemeinsamen Nenner. Das wird wohl nicht zu verhindern sein.
Berliner42 01.07.2019
3.
Mein Ding war eher La Linea von Osvaldo Cavandoli. Ist auch schon tot.
Neandiausdemtal 01.07.2019
4. Sympathische Knollnasen bleiben!
Zum Glück! Ich hoffe, Mordillo konnte uns friedlich und glücklich verlassen, er hat es verdient.
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