Spektakulärer Kunstdiebstahl Mit DNA-Probe auf den Spuren Gustav Klimts

Ein leerer Rahmen und ein halber Fingerabdruck waren die einzigen Hinterlassenschaften: Ein Gemälde von Gustav Klimt verschwand vor 17 Jahren auf geheimnisvolle Weise. Jetzt nimmt die italienische Polizei die Ermittlungen wieder auf.

"Porträt einer Frau" von Gustav Klimt: Einer der teuersten Maler der Welt
Corbis

"Porträt einer Frau" von Gustav Klimt: Einer der teuersten Maler der Welt


Ein rätselhafter Fall, ein weltberühmter Maler: Das Verschwinden von Gustav Klimts "Porträt einer Frau" gehört zu den spektakulären Kunstdiebstählen der jüngeren Kriminalgeschichte. Als es 1997 aus einer Galerie in Italien verschwand, konnte die Polizei nicht einmal sagen, wie die Täter an das Gemälde gelangt waren. Vermutlich hatten sie es durch ein Fenster geangelt, mit einem Haken an einem Seil. 17 Jahre später hoffen die Ermittler nun, den Diebstahl doch noch aufklären zu können, berichtet der britische "Guardian".

Laut der Zeitung waren die Täter über eine anstehende Renovierung der Galerie informiert. Viele Werke wurden zu dem Zeitpunkt nicht in der Galerie ausgestellt. Das Klimt-Gemälde war nach Vermutungen der Polizei schon für einen Transport verpackt gewesen. Galeriedirektor Lino Gallarati gab an, dass die Alarmanlage der Galerie schon Monate vor dem Diebstahl ausgefallen war. Und so verschwand das wertvolle Bild spurlos. Zurück blieb nur ein leerer Rahmen auf dem Dach des Museums - auf ihm der Teil eines Fingerabdruckes.

Dieser unvollständige Fingerabdruck soll jetzt Antworten bringen. Die Ermittler wollen mögliche DNA-Spuren an dem Abdruck sicherstellen. Sie hoffen, so auf Übereinstimmungen mit verdächtigen Personen zu stoßen, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Klimt schuf das "Porträt einer Frau" vermutlich in den Jahren 1916-1917. Es zeigt das Viertelprofil einer jungen Frau mit dunklen Haaren vor grünem Hintergrund. Das 40 mal 60 Zentimeter große Gemälde war bereits seit 1925 im Besitz der Ricci-Oddi-Galerie in Piacenza, von wo es schließlich verschwand.

Erst ein Jahr vor dem Diebstahl hatte man bemerkt, dass es sich bei dem Bildnis um ein doppeltes Porträt handelte: Klimt hatte die Leinwand 1912 für das Bildnis eines Mädchens genutzt und es dann übermalt. Der "Guardian" berichtet, das Bild sei wegen seiner Bekanntheit praktisch unverkäuflich gewesen; die Polizei gehe deshalb von einer Auftragsarbeit aus.

Klimt ist einer der bekanntesten Künstler des Jugendstils und einer der teuersten Maler der Welt. Die Neue Galerie New York kaufte 2006 das Klimt-Gemälde "Adele Bloch-Bauer I" für 135 Millionen Dollar.

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Kunst geht ins Geld: Die teuersten Gemälde der Welt

eba

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
TimmThaler 18.03.2014
1.
Mal ehrlich: So hübsch ist das nun auch nicht, dass man das stehlen würde.
graf.koks 18.03.2014
2. Eins wird sich nie ändern.
Zitat von TimmThalerMal ehrlich: So hübsch ist das nun auch nicht, dass man das stehlen würde.
Dem Kretin ist alles gleich. Er hat weder Geschmack noch einen Sinn für Qualität. Der Kretin ist mit sich selbst in einem Maße zufrieden, das andere Menschen aus Langeweile zum Selbstmord treiben würde. Der Kretin gleicht einem Gourmant, der - entgegengesetzt zu einem Gourmet - alles in der gleichen Menge frißt, seien es Currywürste oder Trüffeln. Der Kretin zeichnet sich insbesondere dadurch aus, daß er denkt, jeder würde so wie er denken.
derblaueplanet 18.03.2014
3. Köstlich!
Sie haben ja so recht! (Ein kleiner Hinweis vielleicht: "Gourmand" schreibt sich mit "d")
ftester 18.03.2014
4. Nun ja...
Zitat von graf.koksDem Kretin ist alles gleich. Er hat weder Geschmack noch einen Sinn für Qualität. Der Kretin ist mit sich selbst in einem Maße zufrieden, das andere Menschen aus Langeweile zum Selbstmord treiben würde. Der Kretin gleicht einem Gourmant, der - entgegengesetzt zu einem Gourmet - alles in der gleichen Menge frißt, seien es Currywürste oder Trüffeln. Der Kretin zeichnet sich insbesondere dadurch aus, daß er denkt, jeder würde so wie er denken.
"Des Kaisers neue Kleider" ist eine sehr stimmige Lebensweisheit:-), Trüffel werden übrigens überbewertet wie ich in Frankreich selbst feststellen konnte und der Diebstahl, dieses sehr schönen Bildes wie ich finde, scheint in diesem Falle auch ein großes "Kunst"stück gewesen zu sein:-))
tutnet 18.03.2014
5. Trüffel möchte ich nicht missen,
schon garnicht die weißen und der Klimmt würde prima zwischen meine Picassos passen.
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