Hamburger Sonntagszeitungen Angriff auf den Feiertag

In Hamburg herrscht sonntags bald keine Zeitungs-Flaute mehr: Mit dem "Hamburger Abendblatt" und der "Hamburger Morgenpost" konkurrieren künftig gleich zwei Regionalzeitungen mit einer Feiertagsausgabe um Leser.


Hamburg - Wer in Norddeutschland auch am Sonntag nicht auf eine Regionalzeitung verzichten will, hat künftig die Wahl: Das zum Verlag Axel Springer gehörende "Hamburger Abendblatt" will in dieser Woche mit einer Sonntagausgabe an den Start gehen. Die Boulevardzeitung "Hamburger Morgenpost" hatte bereits zuvor eine sonntägliche Ausgabe angekündigt. Sie kommt wie geplant am 5. November auf den Markt.

Das "Hamburger Abendblatt Sonntags" erscheint im Tabloidformat. Die Regionalzeitung hat mindestens 48 Seiten und kostet 50 Cent. Die Inhalte der neuen Ausgabe seien auf die besonderen Lesegewohnheiten am Sonntag abgestimmt, hieß es. Dies zeige sich unter anderem am "erweiterten Themenspektrum" und diversen Serviceangeboten.

Der Verlagsgeschäftsführer Regionalzeitungsgruppe Hamburg, Florian Kranefuß, sagte, mit dem "Hamburger Abendblatt Sonntags" strebe man eine Markterweiterung im regionalen Sonntagsmarkt an, "mit der wir Lesern und Anzeigenkunden gleichermaßen ein attraktives Zusatzangebot machen". Gleichzeitig werde damit den "aktuellen Entwicklungen und der Wettbewerbssituation auf dem Hamburger Zeitungsmarkt Rechnung" getragen.

Neben den drei überregionalen Sonntagszeitungen "Bild am Sonntag", "Welt am Sonntag" und "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" bringen laut IVW unter anderem der "Tagesspiegel", die Berliner "B.Z.", der "Express" aus Köln, die "Hessisch Niedersächsische Allgemeine" (HNA) und die "Lübecker Nachrichten" eigene Sonntagausgaben heraus. Die "Sächsische Zeitung" hatte im Juli 2005 nach eineinhalb Jahren ihre Sonntagausgabe wieder eingestellt.

Ein Finanzkonsortium um den britischen Zeitungsmanager David Montgomery hatte Anfang 2006 den Hamburger Morgenpost Verlag und Ende 2005 den Berliner Verlag mit "Berliner Zeitung" und "Kurier" gekauft. "Morgenpost"-Chefredakteur Matthias Onken hatte Anfang September gesagt, derzeit werde die Kooperation zwischen der "Hamburger Morgenpost" und dem "Berliner Kurier" ausgelotet. Für die Sonntagszeitung könne die "Kurier"-Redaktion den überregionalen Nachrichtenteil beisteuern, aus Hamburg käme die politische Berichterstattung sowie der Lokalteil und der Sport, sagte er damals.

Nathalie Waehlisch, ddp



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