Schauspielerin Hannelore Elsner ist tot

Sie prägte die deutsche Kino- und TV-Landschaft wie kaum eine andere Schauspielerin: Hannelore Elsner ist nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Sie wurde 76 Jahre alt.

Arno Burgi/ DPA

Sie begann ihre Schauspielkarriere beim Theater, später wurde sie mit Rollen als "Kommissarin" im Fernsehen und als "Unberührbare" im Kino bekannt. Jetzt ist Hannelore Elsner nach kurzer Krankheit gestorben.

Das bestätigte der Anwalt der Familie, Matthias Prinz, dem SPIEGEL: "Als Anwälte der Familie von Hannelore Elsner haben wir die traurige Pflicht, der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass Hannelore Elsner überraschend schwer erkrankt und am Ostersonntag friedlich eingeschlafen ist."

Hannelore Elsner absolvierte in München und Berlin eine Schauspielausbildung. Zunächst trat sie in der Kleinen Komödie und den Kammerspielen in München auf. Bald erntete sie für ihre ersten Rollen begeisterte Kritiken.

Einer der wenigen echten deutschen Filmstars

Ihre Filmkarriere begann Elsner schon vorher, als 17-Jährige debütierte sie 1959 neben Freddy Quinn in "Freddy unter fremden Sternen". In den Sechziger- und Siebzigerjahren trat Hannelore Elsner in zahlreichen leichten Unterhaltungsfilmen auf, darunter "Zum Teufel mit der Penne", "Die Lümmel von der ersten Bank" und "Pepe, der Paukerschreck".

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Hannelore Elsner: Die Frau der vielen Rollen

In der Folge stieg Elsner zu einem der wenigen echten deutschen Filmstars auf. Auch im Fernsehen war sie omnipräsent, spielte anspruchsvolle Rollen für Regisseure wie Dieter Wedel ("Wer den Schaden hat", "Alles in Butter"), und Ulrich Edel ("Eine Art von Zorn"). Großen Erfolg feierte sie mit der Serie "Die Kommissarin", von der zwischen 1994 und 2006 insgesamt 66 Episoden gesendet wurden.

Ab 1992 etablierte sich Hannelore Elsner auch als Charakterdarstellerin in anspruchsvollen Kinoproduktionen. Für die Hauptrolle in Oskar Roehlers "Die Unberührbare", die eng an das Leben der Schriftstellerin Gisela Elsner angelehnt war, wurde sie von der Kritik gefeiert. 2002 hielt sie in "Mein letzter Film" einen 90-minütigen Leinwandmonolog über das Leben als Schauspielerin.

Künstlerische Höhepunkte und Publikumserfolge

Mit dem Regisseur Rudolf Thome verband sie ab 2003 eine intensive Zusammenarbeit, die vielleicht nicht kommerziell, aber künstlerisch einen Höhepunkt in ihrem Schaffen darstellt. Elsner spielte in fünf seiner Filme, darunter "Rot und Blau" sowie "Das Sichtbare und das Unsichtbare".

Publikumserfolge erzielte Hannelore Elsner ebenfalls weiterhin, unter anderem mit Auftritten in Filmen wie "Alles auf Zucker!", Doris Dörries "Kirschblüten - Hanami" und als Mutter des Rappers Bushido in "Zeiten ändern Dich". Zuletzt war Hannelore Elsner in der Anfang März angelaufenen Fortsetzung von Dörries Tragikomödie "Kirschblüten und Dämonen" zu sehen.

In ihrer Autobiografie "Im Überschwang: Aus meinem Leben" schilderte sie 2011 ihre schwierige Kindheit in der bayerischen Provinz, erinnerte sich darin unter anderem an ihren älteren Bruder, der in den letzten Kriegstagen beim Beschuss durch Tiefflieger starb. Später bezog Hannelore Elsner, wohl auch geprägt durch diese frühen Erlebnisse, auch zu gesellschaftlichen Themen Stellung. Für ihr Engagement gegen AIDS erhielt sie 2005 das Bundesverdienstkreuz.

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