Danzig Polnische Priester verbrennen "Harry Potter"-Bücher

"Hello Kitty"-Regenschirme, eine afrikanische Maske und Bücher über Zauberlehrlinge: Im Norden Polens haben Geistliche dazu aufgerufen, Gegenstände zu verbrennen - um so den Aberglauben zu bekämpfen.

Harry-Potter-Lektüre
AP

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"Wegen der schlechten Energie": Katholische Priester haben in Polen Bücher verbrannt, darunter auch "Harry Potter"-Bände der britischen Autorin J.K. Rowling. "Wir gehorchen dem Wort Gottes", erklärten die Priester der Gruppe Fundacja SMS Z Nieba in einem Facebook-Post, der Fotos der Bücherverbrennung zeigt und aus dem Alten Testament zitiert.

Auf den Bildern ist zu sehen, wie drei Geistliche einen Korb voller Bücher und anderer Gegenstände zu einem Feuer tragen. Die Fotos zeigen zudem, wie die Priester Gebete vor den Flammen sprechen, in denen unter anderem eine afrikanische Maske, ein "Hello Kitty"-Regenschirm und eine Hindu-Figur liegen. Das polnische Bischofsamt und der örtliche Bischof bestätigten der Nachrichtenagentur AFP den Vorfall, kommentierten ihn aber nicht.

Gegen den Aberglauben

Ein Gemeindemitglied der Kirche in Danzig sagte dem Sender TVN24, die Aktion habe nach der Sonntagsmesse stattgefunden. Gemeindemitglieder seien zuvor aufgefordert worden, Gegenstände mitzubringen, die eine schlechten Energie hätten oder mit Aberglauben verknüpft seien.

Der Facebook-Eintrag löste eine Kontroverse aus. Ein Nutzer verurteilte die Aktion als "krankes Ritual": "Ich würde gern glauben, das ist ein Scherz... Ernsthaft?", schrieb er. Es gab aber auch andere Reaktionen. "Werde alles los, was Gott nicht gefällt, und schau, wie dein Leben sich verändert", lautete ein anderer Kommentar.

Es ist nicht das erste Mal, dass Bücher von J.K. Rowling aus fundamentalistischen Kreisen kritisiert werden. Im Jahr 2007 beschwerte sich eine katholische Soziologin und Buchautorin über den Inhalt. Sie sei "angewidert von einer Welt der Gewalt und des Grauens, der ständigen Bedrohung und der Besessenheit, die Kinder an die Welt des Okkulten gewöhne", sagte sie.

ipp/AFP



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