Herman vor Gericht Eva verliert gegen den NDR

Prominente Ex-Kollegen sagten aus, und Eva Herman war sogar höchstpersönlich vor Ort. Half aber alles nichts. Die Moderatorin, die wegen umstrittener Aussagen zur NS-Zeit ihren Job beim NDR verloren hat, bekam ihn auch vor Gericht nicht wieder.


Hamburg - Die frühere "Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman hat ihren Rechtsstreit gegen den Norddeutschen Rundfunk (NDR) verloren. In einem Berufungsverfahren bestätigte das Hamburger Landesarbeitsgericht am Mittwoch die Entscheidung der Vorinstanz vom April 2008 und wies die Klage Hermans gegen die Auflösung ihres Arbeitsvertrags mit dem NDR zurück. Eine Revision ließ es nicht zu. Damit dürfte das einhalbjährige Drama ein Ende gefunden haben.

Moderatorin Herman: Adieu NDR - jetzt für immer?
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Moderatorin Herman: Adieu NDR - jetzt für immer?

Nach umstrittenen Äußerungen der 50-Jährigen über die NS-Zeit hatte der Sender im September 2007 die Zusammenarbeit beendet. Herman hatte zuvor 20 Jahre für den NDR gearbeitet und neben der "Tagesschau" auch die Talk-Sendung "Herman und Tietjen" moderiert.

Herman vertritt die Meinung, festangestellt gewesen zu sein, weshalb diese Vertragsauflösung nicht rechtens gewesen sei. Sie scheiterte mit dieser Argumentation jedoch bereits in der ersten Instanz beim Hamburger Arbeitsgericht. Die Richter der zweiten Instanz folgten jetzt erneut der Gegenseite und bewerteten Herman als freie Mitarbeiterin, die sich nicht auf den für Arbeitnehmer geltenden Kündigungsschutz berufen könne.

Herman hatte argumentiert, dass sie in die Dienstplangestaltung beim NDR fest eingebunden worden sei und gewünschte Urlaube nicht habe nehmen können. Daher sei sie faktisch eine Arbeitnehmerin gewesen.

Dies sah das Gericht in der Beweisaufnahme jedoch nicht bestätigt - bei der auch so prominente TV-Gesichter wie die "Tagesschau"-Sprecher Jan Hofer, Jens Riewa und der ehemalige "Tagesschau"-Chefsprecher Jo Brauner als Zeugen aussagten.

Die Sprecher hätten ihre Dienste "in einer Art Selbstorganisation" abgesprochen, sagte der Vorsitzende Richter Rainer Schaude. "Das ist für ein Arbeitsverhältnis absolut untypisch."

Überrascht über das Urteil zeigte sich Hermans Anwalt Dirk Feldmann. Er habe nicht mit einer negativen Entscheidung gerechnet, nachdem das Gericht beim vorigen Verhandlungstermin Anfang Februar noch Sympathien für die Kläger-Position habe erkennen lassen. Er werde mit seiner Mandantin nun überlegen, wie es weitergehe.

Herman hat die Möglichkeit, eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesarbeitsgericht in Erfurt einzureichen. Auf diesem Weg könnte sie eine Revisionsverhandlung erzwingen. Das Verfahren sei aber sehr zeitaufwendig und die Erfolgsaussichten unklar, räumte Feldman ein. "Da muss man realistisch sein", sagte er. Herman selbst war bei der Verhandlung anwesend, äußerte sich zu dem Urteil aber nicht.

tdo/dpa



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