Literaturnobelpreisträgerin Berliner Senat diskutiert über Ehrenbürgerwürde für Herta Müller

Soll Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller Ehrenbürgerin von Berlin werden? In der Hauptstadt ist eine Debatte darüber entbrannt - angefacht von einem CDU-Abgeordneten.
Nobelpreisträgerin Müller: Unklarheit um höchste Würde Berlins

Nobelpreisträgerin Müller: Unklarheit um höchste Würde Berlins

Foto: Ingo Wagner/ picture alliance / dpa

Hamburg/Berlin - Politiker wie George Bush, Egon Bahr, Walter Scheel, Helmut Kohl gehören dazu, auch der Kosmonaut Sigmund Jähn oder der Dirigent Herbert von Karajan sind dabei. Der Unternehmer Werner Otto wurde als vorerst letzte Person mit auf die Liste genommen. Sie alle sind Ehrenbürger von Berlin. 112 sind es insgesamt. Nun ist in Berlin eine Diskussion darüber entbrannt, ob die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller Ehrenbürgerin Berlins wird. Die Ehrenbürgerwürde ist die bedeutendste Auszeichnung, die die Stadt zu vergeben hat.

Der CDU-Abgeordnete Michael Braun hat die Diskussion entfacht. Vor zwei Jahren hatten Kulturschaffende vorgeschlagen, Müller als Ehrenbürgerin in Betracht zu ziehen, Braun gab diesen Vorschlag an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), weiter.

Der Senat verleiht das Ehrenbürgerrecht "im Einvernehmen mit dem Abgeordnetenhaus an Persönlichkeiten, die sich in hervorragender Weise um die Stadt verdient gemacht haben", wie es auf der Seite des Abgeordnetenhauses in Berlin  heißt.

Nun habe der Senat die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Herta Müller diskutiert und sperre sich dagegen, obwohl CDU, Grüne und Linke den Vorschlag begrüßten, sagt Braun. "Persönlich finde ich das sehr bedauerlich." Zumal es ein Zeichen wäre, wieder eine Frau zu würdigen. Bislang zählen zu den Ehrenbürgerinnen lediglich Marlene Dietrich, Nelly Sachs und Anna Seghers.

Im Senat hält man sich mit den Spekulationen darüber, ob Müller Ehrenbürgerin werden soll oder nicht, bedeckt. "Es gibt Überlegungen, Herta Müller zu ehren", sagt Sprecher Richard Meng. Doch alles andere, was der Senat in diesem Zusammenhang bespreche, sei vertraulich. "Solche Themen werden nicht öffentlich ausgetragen." Das könne man erst machen, wenn alles geklärt ist.

Berliner Ehrenbürger dürfen sich von einem Künstler ihrer Wahl für eine Galerie im Abgeordnetenhaus porträtieren lassen. Sollten sie bedürftig werden, steht ihnen eine Ehrenversorgung zu, zudem können sie in Berlin kostenlos den öffentlichen Nahverkehr nutzen.

kha/dpa
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