Heute in den Feuilletons "Totschläger seiner rechtstreuen Bürger"

"Hinterkopf zum Teil und Haare vollständig weggebrannt" - Walter Kempowski hat für die "Zeit" Dokumente zum 20. Juli gesammelt. Die "FAZ" nimmt die Bundeskulturstuftung unter die Lupe. Die "SZ" fürchtet: Wenn Kerry dran kommt, müssen die Europäer in den Irak.

Die Zeit, 08.07.2004

Für das Dossier hat Walter Kempowski (mehr ) eine Collage  zum 20. Juli 1944 zusammengestellt, in bewährter Echolot-Manier mit Passagen aus Tagebüchern, Briefen und Erinnerungen. Else K. aus Wesermünde schreibt etwa nach dem Attentat auf Adolf Hitler an ihren Mann: "Ein Wunder hat ihn uns gelassen, Liebster. Deutlicher wird der Himmel nie zu uns sprechen können". Leibarzt Dr. Morell notiert nur kleinere Verletzungen bei Patient A.: "Rechter Unterarm stark geschwollen, essigsaure Tonerde-Aufschläge angeordnet. Bluterguß am rechten Unterschenkel zurückgegangen. Am 3. oder 4. Finger der linken Hand zeigt Rückenfläche große Brandblase, Verband. Hinterkopf zum Teil und Haare vollständig weggebrannt und an der Wade mittags handtellergroße Hautbrandwunde zweiten Grades und eine Menge Kontusionen und offene Hautstellen."

Im Feuilleton kann es der Hamburger Strafrechtler  Reinhard Merkel kaum glauben , dass das neue Luftsicherungsgesetz keinen Aufschrei in der Öffentlichkeit ausgelöst hat. Danach dürfen entführte Flugzeuge abgeschossen werden, wenn sie das Leben von Menschen am Boden bedrohen, womit sich, in Merkels Worten, der Staat zum "Totschläger seiner rechtstreuen Bürger" macht: "Niemand, der ein Grundrecht auf Leben hat, muss dieses Leben zugunsten anderer, denen er nichts getan hat und nichts tun will, die er nicht bedroht, ja nicht einmal kennt, opfern lassen. Das außer Zweifel zu stellen gehört zu den schlechthin primären Funktionen des Lebensrechts."

Weiteres: Jörg Lau versucht , das "allgemeine Klima der Gereiztheit" zu greifen, das derzeit in deutsch-jüdischen Debatten herrrscht. In der Randglosse überlegt  Evelyn Finger, ob es Hellsicht oder blindes Schicksal war, dass die Unesco ausgerechnet jetzt das Dresdner Elbtal zum Weltkulturerbe erklärt hat, da es durch eine vierspurige Autobrücke verschandelt werden soll. Christof Siemes widmet sich  immerhin auf einer ganzen Seite den Plänen des schwäbischen Galeristen Hans Jürgen Müller, von Teneriffa aus die Welt zu verbessern. Dort plant besagter Herr eine "Zukunftswerkstatt", "eine Art Gelehrtenrepublik für die ästhetische Erziehung des Menschengeschlechts, Arbeitstitel: Atlantis".

Jens Jessen verabschiedet  Marlon Brando dem Hollywood das "moralische Zwielicht" zu verdanken habe. Marco Stahlhut stellt  den neuen arabischen Radiosender Telefon FM vor, der künftig von Berlin aus für Bagdad sendet und vom Auswärtigen Amt finanziert wird. Claudia Herstatt bericht diesmal, wie sich die Internet-Antiquare ZVAB und Abebooks bekriegen.

Besprochen werden Marcus Mittermaiers Film  "Muxmäuschenstill"  ("Wunderbar ratlos und in heller Verzweiflung steht dieser Film vor seinem Herrn Mux, dem auf Erden nicht zu helfen ist", findet Thomas Assheuer), Lars von Triers "tollkühner und unverschämter" Film  "The Five Obstructions" , Luc Percevals Inszenierung  "Tristan und Isolde" in Stuttgart, die Ausstellung  "Die Zehn Gebote" im Dresdener Hygiene-Museum  und die Schau "Wien, Stadt der Juden" im dortigen Jüdischen Museum .

Im Literaturteil wird ein Auszug  aus Ivan Bunins (mehr hier ) wunderbaren Erinnerungen an Anton Tschechow vorabgedruckt: "'Zum Schreiben hinsetzen soll man sich, wenn man sich kalt fühlt wie Eis', sagt er einmal."



Die Tageszeitung, 08.07.2004

"Wir wollen einfach mit dem Film darauf aufmerksam machen, das unsere Gesellschaft, wenn sie so weitermacht mit ihren Klingeltönen, dämlichen Starbiografien von Oliver Kahn bis Dieter Bohlen und all dem anderen Quatsch, in ein riesengroßes moralisches Problem schlittert", sagt Marcus Mittermeier in einem Interview  über sein Spielfilmdebüt "Muxmäuschenstill" . "Wir werden eine rein ökonomisch orientierte Ansammlung von Ich-AGs. Die Tatsache, dass wir mit Horst Köhler einen Bundespräsidenten bekommen, der aus der Wirtschaft kommt, signalisiert mir, dass es das ist, worum es in diesem Staate auch in Zukunft hauptsächlich gehen soll."

Thomas Winkler feiert  das Album "Einmal Superpunk, bitte" : "Sixties-Soul, wie er in den Sixties nie gespielt wurde, mit einem Backbeat, der nach einem langen Tag am Fließband in die Beine fährt, und Texten, die nach einem langen Tag am Schreibtisch die Gehirnwindungen von allem unnötigen Ballast befreien, weil sie menschliche Grundstimmungen in möglichst einfache Worte fassen, die man jederzeit verstehen kann, ohne ein Kompendium mit popkulturellen Zitaten heranziehen zu müssen."

Weitere Artikel: Veronika Rall berichtet  vom 9. Literaturfestival im Schweizer Kurort Leukerbad. Gerrit Bartels kommentiert  die gestrige Entscheidung des Fischer Verlags, den seit 1996 unter seinem Dach firmierenden Berliner Argon Verlag einzustellen.

Eine einsame und nicht sehr glückliche Besprechung gilt Nick Hamms Horrorfilm  "Godsend" . Kritiker Harald Peters stellt  erschüttert fest, dass auch erfahrene Kräfte des Filmgeschäfts mitunter den Unterschied zwischen Furcht erregend und fürchterlich nicht wirklich zu kennen scheinen.

Schießlich Tom .



Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2004

Heinrich Wefing nimmt  die Arbeit der Bundeskulturstiftung  unter die Lupe: Sie hat eine Tendenz zum Experimentellen, kritisiert er, während der Kulturstiftung der Länder  für ihre denkmalschützerischen Aufgaben wesentlich weniger Geld zu Verfügung stehe. Die Bundeskulturstiftung müsse ihren Ort noch finden:  "Wie eine Karosserie im Windkanal wird die Bundeskulturstiftung von den Kräften geformt, die an ihr zerren. Sie reagiert mehr oder weniger geschmeidig auf Wünsche, Anregungen, Pressionen der Politik, sie muss Konflikten mit den ihr nicht durchweg freundlich gesinnten Ländern ausweichen, sie wird mit Anträgen bombardiert und sondiert selbst, wo sie eingreifen könnte. Welche Gestalt die BKS am Ende in dem Spiel von Druck und Gegendruck gewinnen wird, ist einstweilen schwer zu sagen." (Beim Perlentaucher unterläuft Wefing übrigens ein Fehler - er wird von der Bundeskulturstiftung nicht mit drei Millionen Euro für einen englischsprachigen Dienst gefördert, sondern mit 1,39 Millionen Euro über einen Zeitraum von drei Jahren.)

Weitere Artikel: In der Leitglosse erfreut sich Patrick Bahners an einem Lady-Di-Gedächtnisbrunnen (Bild ) im Hyde Park. Wolfgang Schneider trägt launige Impressionen von einer Gastprofessur Feridun Zaimoglus (der "Malcolm X der Deutschtürken") an der FU Berlin zusammen - der Autor lädt gern prominente Gäste ein, um seine Vorlesungen zu Talkshow zu machen. Tilman Spreckelsen nennt den Roman "Morgen oder Abend" der früh verstorbenen Autorin Katrin Seebacher "sein Lieblingsbuch". Stefan Lauer klagt, dass Geldmangel die Restaurierung der barocken, nach dem Westfälischen Frieden erbauten Friedenskirchen in den niederschlesischen Orten Jauer und Schweidnitz gefährdet ist. Ellen Kohlhaas lässt die Neuen-Musik-Konzerte des Kissinger Sommers  Revue passieren (macht sich aber auch keine Illusionen: "Das überalterte Publikum liebt eben die wohlige Beethoven-Schumann-Brahms-Dusche kurz vorm Einschlafen.")

Für die Filmseite besucht Hans-Jörg Rother einen Filmworkshop des Regisseurs Fred Kelemen im Goethe-Institut von Riga , Michael Althen bespricht eine Ausstellung zur Münchner Kinogeschichte von1896 bis 1945 (mehr hier ). Andreas Kilb sieht sich Chabrol-Filme auf DVD an.

Auf der letzten Seite erinnert Joachim Seng an die durch einen demnächst erscheinenden Briefwechsel belegte Freundschaft zwischen Paul Celan und dem Fischer-Geschäftsführer Bruno Hirsch, die nach den Plagiatsvorwüfen Claire Golls gegen Celan tragisch zerbrach. Joseph Croitoru schildert die neue Brüssler Politik gegenüber dem "Nachbarn" Georgien. Und Wolfgang Sandner freut sich, dass Kurt Masur zum Vorsitzenden des Vereins Beethoven-Hauses  in Bonn gewählt wurde.

Besprochen werden Peter Brooks Stück  "Tierno Bokar", nach einem Roman von Amadou Hampate Ba bei der Ruhrtriennale ("poetischen Zauber" attestiert Andreas Rossmann dieser Arbeit), Marcus Mittermeiers Filmsatire "Muxmäuschenstill" ), die Installation "Close Quarters" von Christoph Büchel im Freiburger Kunstverein  und eine Ausstellung über die holländische Tulpomanie im 17. Jahrhundert in Dresden .



Frankfurter Rundschau, 08.07.2004

Vincent Baudriller, der neue Leiter des Theaterfestivals von Avignon , hat Thomas Ostermeier und andere deutsche Theatermacher ins Zentrum des diesjährigen Festivals gestellt. Für ihn ist Ostermeier "ein herausragender Regisseur der Gegenwart", schreibt  er in der FR. Denn Ostermeier "bringt den Alltag auf die Bühne, nicht, um ihm treu zu bleiben, um ihn naturalistisch zu zeigen, sondern um ihn zu verschieben, zu konjugieren und neue Fragen aufzuwerfen. In Deutschland ist diese Tendenz viel stärker ausgeprägt als in Frankreich, denn es gibt ja nicht nur Ostermeier, sondern auch Castorf und Marthaler. Sie nutzen alle auf ihre Art die Bühne, um Fragen zu stellen über die Bürgergesellschaft, die Gesellschaft, unser Verhältnis zur Welt, in der wir leben."

"Die Art, wie in Köln über die Fernwirkung des Doms diskutiert wird, zeigt, dass die Hochhausdebatte der Lokalpolitik wohl zu Kopfe gestiegen ist," schreibt  Christian Thomas angesichts der Debatte, die die Unesco mit ihrer Entscheidung ausgelöst hat, den Kölner Dom auf die "Rote Liste" des gefährdeten Weltkulturerbes zu setzen. "Sie sollte sich jedoch vielleicht dem Sockel der 157 Meter hohen und 750 Jahre alten Kathedrale zuwenden, zumal angesichts der Halbwertzeiten von Hochhausdebatten."

Weitere Artikel: Thomas Medicus stellt  die seit 1995 denkmalgeschützte Gartenstadt Atlantic  des deutsch-jüdischen Architekten Rudolf Fränkel in Berlin-Wedding als Paradebeispiel für die Architekturmoderne vor. In der Kolumne Times Mager  sinniert Martin Zeyn über Banausenplattitüden, Mae-West und den Münchner OB Christian Ude.

Besprochen werden Jenny Holzers Installation  "Truth before Power" mit Texten aus CIA-Akten im Kunsthaus Bregenz  ("Die schöne Wirkung verstellt die politische Einsicht", meint Peter Iden), Peter Brooks Inszenierung  des Stückes seiner Lebensgefährtin Marie-Helene Estienne über den Korangelehrten "Tierno Bokar" im Rahmen der Ruhrtriennale  in Duisburg, eine Ausstellung  zeitgenössischer künstlerischer Positionen zum Thema Atomkrieg im Kunsthaus Dresden  und Bücher, darunter Paul Rabinows Studien zu Wissenschaft und Lebensführung "Anthropologie der Vernunft" (mehr in unserer Bücherschau  heute ab 14 Uhr).



Der Tagesspiegel, 08.07.2004

Jörg Königsdorf widmet sich  umfassend der angespannte Lage auf dem Klassik-Markt: "Innerhalb des seit sieben Jahren kontinuierlich schrumpfenden CD-Marktes - allein 2003 wurden 20,9 Prozent weniger CDs verkauft als im Vorjahr - ist die Klassik überproportional betroffen. Von fast zehn Prozent im Jahr 1998 sank ihr Anteil am CD-Absatz 2003 auf alarmierende 7,1 Prozent. Und das, obwohl die CD noch nie so billig war wie heute... Wird das Kulturgut Klassik-CD bald nur noch eine Nischenexistenz führen? Die Zahlen scheinen eine eindeutige Sprache zu sprechen - aber dennoch ist der Eindruck einer generellen Krise falsch. 'Es gibt keine Krise des Marktes, sondern nur die hausgemachten Probleme der großen CD-Konzerne', erklärt Martin Sauer, der als Produzent die Programmpolitik des Labels harmonia mundi  bestimmt. 'Die haben über Jahre so gut wie alles falsch gemacht und müssen das jetzt ausbaden.'"

Der palästinensische Dichter  Mahmud Darwisch spricht  im Interview mit Jörg Plath über die aktuelle Situation im Nahen Osten und die Rolle des Dichters: "Die Aufgabe des Dichters ist es, schöne Gedichte zu schreiben. Damit trägt er zur kulturellen Identität des palästinensischen Volkes bei. Er muss dem Bild entsprechen, das sich das Volk von ihm macht - und sich davor hüten, zum politischen Redner zu werden. Er muss nahe liegende Begriffen meiden."



Neue Zürcher Zeitung, 08.07.2004

Soul-Songwriter Lamont Dozier  spricht im Interview  über die neueren Entwicklungen des R'n'B und über seine Zeit bei Motown: "Als ich bei Berry Gordy unterschrieb, sagte er mir, ich würde für eine Rhythm'n'Blues-Firma arbeiten. Ich selber antwortete ihm: Warum nur für die Schwarzen? Können wir nicht Musik für alle machen? Die weißen Jugendlichen hatten sich schon vorher für schwarze Musik begeistert. Unsere Platten aber konnten sie nach Hause bringen, weil wir nicht von der schnellen Nummer auf dem Autorücksitz sangen, sondern es bei Andeutungen beließen."

Weitere Artikel: Cord Aschenbrenner stellt  das Deutsch-Russische Museum  in Berlin-Karlshorst vor. Ubs. schreibt  zum Tod des Cartoonisten Bernd Pfarr.

Besprochen werden Sam Raimis Film  "Spider-Man 2", die CD "The Tipping Point" von den Roots, mehrere Compilations  mit Stax-Soul aus den Siebzigern, Peter Brooks "Tierno Bokar"  bei der Ruhrtriennale und Bücher, darunter Erwin Mortiers Roman  "Meine zweite Haut".



Süddeutsche Zeitung, 08.07.2004

Die Außenpolitik der Bush-Regierung seit dem 11. September ist die "Fortsetzung und Radikalisierung" der Außenpolitik Bill Clintons, entnimmt Tim B. Müller einem heute in den USA erscheinenden Buch: "America Alone : The Neo-Conservatives and the Global Order". Die Autoren sind der Brite Jonathan Clarke, Auslands-Experte  des Cato Instituts, und Stefan Halper, Berater mehrerer republikanischer US-Präsidenten. "Auch liberale Internationalisten halten präventive und präemptive Maßnahmen gegen Terror, Massenvernichtungswaffen und Despotien für legitim - im äußersten Fall auch mit militärischen Mitteln. Sie weigern sich, die Souveränität völkermordender Diktaturen über die Menschenrechte zu stellen." Nichts anderes gelte für einen künftigen Präsidenten Kerry, schreibt Müller und zitiert den Neocon Kagan: "Viele Europäer glauben, sie hätten nur ein Problem mit der Bush-Regierung. Das ist eine gefährliche Fehlkalkulation. Wenn John Kerry die Wahl gewinnt, wird eine seiner ersten Taten sein, die Hilfe Europas im Irak zu fordern."

Sabine Doering-Manteufel befürchtet, dass die neuen Bachelor-Studiengänge an den Universitäten die Fachwissenschaften aushebeln und langfristig Grundlagenwissen durch Module ersetzt wird. "Fallen erst die Disziplinen durch den Einheitlichkeitszwang der Bachelor-Studiengänge, ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Aushebelung des gesellschaftlichen Erinnerungsvermögens..... Das Ganze ist ein ideologisch motivierter, internationaler Prozess der Gesellschaftsveränderung. Ungemütliche Schlagwörter sind schon im Umlauf: 'Workload' statt 'offener Diskurs', 'Effizienz' anstelle von 'Selbstbestimmtheit'. Der Begriff  'Kritik' scheint völlig beseitigt zu sein. Sie alle stammen aus einem Destillat aus neoliberaler Ökonomie, kommunitaristischen Vorbildern und einem Globalisierungsgestammel, das in einem Atemzug Entbürokratisierung predigt, und zugleich die Gesellschaft täglich straffer reguliert."

Weitere Artikel: Ioma Mangold porträtiert Gary Smith (mehr hier ), den Direktor der American Academy  in Berlin. F.W. Bernstein  schreibt über den 45-jährig verstorbenen Zeichner Bernd Pfarr . Fritz Göttler kommentiert die geplante Halbierung der Hamburger Filmförderung. Stefan Koldehoff freut sich, dass die Sammlung Ackerman zukünftig in der Kunstsammlung NRW  Düsseldorf beheimatet sein wird. Alexander Kissler sucht nach Erklärungen, weshalb Litauen weltweit die höchste (und Griechenland europaweit die niedrigste) Selbstmordrate hat. Anke Sterneborg hat mit "Shrek"-Produzent Jeffrey Katzenberg über alte Technik, neue Träume und natürlich auch "Shrek II"  gesprochen. Egbert Holl berichtet von der Eröffnung des Opernfestivals  in Aix-en-Provence, und Fritz Panzer erläutert die Strategie des österreichischen Ueberreuter Verlags.

Besprochen werden Peter Brooks Inszenierung von Marie-Helene Estiennes Stück "Tierno Bokar" in Duisburg bei der Ruhrtriennale ; Marcus Mittermeiers  Komödie "Muxmäuschenstill"  ("Ist das Faschismus, was dieser kleine Film aus Deutschland illustriert, der gewöhnliche, alltägliche, ordinäre Faschismus?" fragt Fritz Göttler. "Ein Film gegen den Schwachsinn der modernen Gesellschaft, und seine Protagonisten wie Koch, Bohlen, Raab. Ein Film aber auch, der seinem kleistschen Ideal treu zu bleiben versucht."), Nick Hamms Film "Godsend" , Lars von Triers und Jorgen Leths Film "The Five Obstructions"  und der Roman des Tibeters Alai "Roter Mohn"  (mehr in unserer Bücherschau  heute ab 14 Uhr).