Hillary Clinton "Newsweek" macht sie zur Präsidentin

Was hätten die Medien geschrieben, wenn Hillary gewonnen hätte? Kann man nachlesen: Die Zeitschrift "Newsweek" veröffentlichte versehentlich 125.000 Ausgaben, die Clinton zur Präsidentin machten.

"Newsweek"-Ausgabe
AFP

"Newsweek"-Ausgabe


Es hätte alles anders laufen können: Die amerikanische Zeitschrift "Newsweek" hatte schon eine Ausgabe geplant, für den Fall, das Hillary Clinton die Wahl zum US-Präsidenten gewinnt. Eigentlich ganz normal in der Medienbranche. Dumm nur: Die Ausgabe wurde nicht nur gedruckt, sondern auch verkauft. Angeblich mussten 125.000 Ausgaben zurückgerufen werden.

Die falsche Ausgabe trug den Titel: "Madam President: Hillary Clinton's historic journey to the White House." In dem Artikel selbst stand, dass der Wahlsieg Clintons auf verschiedene Weise einzigartig sein: Nie zuvor hätte sich eine weibliche Kandidatin "dieser Art von Demagogie stellen müssen, die in der amerikanischen Politik bisher unbekannt war."

Weiter heißt es: Die gewählte Präsidentin Clinton habe stets ihre beste Seite gezeigt, wenn Trump und seine Unterstützer die Schlechteste gezeigt hätten. Und so sei es dazu gekommen, "dass am Wahltag Amerikaner im ganzen Land die Art von angst- und hassbasierte Konversation ablehnten, die Donald Trump verbreitete". Die höchste gläserne Decke in der westlichen Welt sei endlich durchbrochen.

So hätte es sein können. Ist es aber nicht.

Angeblich hatte "Newsweek" die Ausgaben in dem Glauben verbreitet, dass Clinton auf jeden Fall gewinnen würde. Und obwohl den Händlern gesagt worden sei, die Magazine nicht vor den offiziellen Wahlergebnissen auszulegen, wurden doch einige Ausgaben verkauft. Gegenüber der "New York Post" sagte Verlagschef Tony Romando: "Wie alle anderen auch, lagen wir falsch."

gia

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insgesamt 13 Beiträge
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allessuper 10.11.2016
1. das ist gut so..
.. denn es macht klar, wie naiv Medien arbeiten. Naiv im Sinne von Funktionieren wie man schon immer funktioniert hat. Schreiben? Längst ein Geschäft wie --- Beton mischen, durchökonomisiert. Kein Wunder, wenn man sieht, wem die deutschen Medien gehören. In der gesamten Landschaft sehe ich viele gekaufte Schafe. Wahrscheinlich kann es sich nur Jakob Augstein leisten, seine Meinung zu sagen. Man kann froh sein, dass er ein so brillanter Kopf ist.
Susiisttot 10.11.2016
2. Super! Wie CORRECTIV Ruhr
die den Unterschied zwischen 12 AM und 12 PM nicht kannten und um 00.00 Uhr einen vorgefertigten Artikel mit ihrem Newsletterprogramm raushauten, voll triumphierend das Trump verloren hätte. Selten so gelacht!
KaroXXL 10.11.2016
3. Ich geniesse diese schallende Backpfeife
für alle Medien, Meinungsmanipulatoren, Möchtegernlenker, Wichtigtuer und Twitter-Empörer...
i6lam 10.11.2016
4. Etliche Medien wissen alles besser
Und das schon vorher. Wie war doch das Unwort des Jahres?
Europa! 10.11.2016
5. Völlig normal
Das ist doch eine optimale Geschäftsidee. Im postfaktischen Zeitalter sollte die Presse endlich ein bisschen individueller werden und jedem seine eigene Wahrheit gönnen. Im Prinzip ist das ja längst gängige Praxis. Warum soll man die Menschheit, die felsenfest davon überzeugt (worden) war, dass HC die Wahl gewinnt, jetzt plötzlich schockieren? Was dem einen sein Game Boy, ist dem anderen die Presse.
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