Hollywood Die tierischen Leidenschaften der Stars

Von Helmut Sorge

2. Teil


Hunde im Katastropheneinsatz: Tausende Tonnen Tierfutter
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Hunde im Katastropheneinsatz: Tausende Tonnen Tierfutter

In jenen Tagen nach der Katastrophe blieb kein Auge trocken. Tiere wie beispielsweise der Adler, der Amerikas Wappen schmückt, vor allem aber natürlich Pferde, symbolisieren die Geschichte Amerikas, den Drang nach Westen, die Erschließung des wilden Hinterlandes. Entsetzt reagieren Amerikaner auf die Information, dass Franzosen, auch Hauptstädter, selbst dieser Tage noch in der "boucherie chevaline" ihr Pferde-Steak einkaufen und das Fleisch als kräftestärkende Delikatesse genießen. Nein, in den USA ist das Pferd - beinah - heilig: Es zog die Planwagen, trug die Cowboys, die Kavallerie. Die Einwanderer vergangener Generationen sattelten dafür eher selten auf, weil sie in den Großstädten schuften mussten, statt die Prärie zu durchreiten. Aber oft waren sie einsam, entwurzelt und sprachlos in der neuen Welt. Trotz ihres kargen, oft erbärmlichen Lohns suchten sie daher die Gegenwart der Vierbeiner, weil diese ihnen uneingeschränkt und ohne Rücksicht auf Hautfarbe oder Sprachprobleme Zuneigung sicherten, für eine Hand voll Knochen oder einen Fischkopf.

Natürlich ist auch die Geschichte Hollywoods eng mit den Schicksalen diverser Vierbeiner verknüpft. Bereits in der Stummfilmzeit rührten Tiere von der Leinwand herab die Seelen der Amerikaner: "Rintintin" etwa, ein deutscher Schäferhund, trat in 23 Hauptrollen auf. Sein Lohn: Limousine, Chauffeur, ein diamantenbesetztes Halsband, Musikberieselung je nach tierischer Gemütsverfassung und, last not least, ein Leibkoch, der auf Filets spezialisiert war.

Unlängst entdeckte der amerikanische Autor Willard Carrol die "Erinnerungen" des vor sechs Jahrzehnten verstorbenen Film-Hundes "Toto" alias "Terry", eines Cairn Terriers. "Toto" war von ihrem Herrchen, dem deutschen Einwanderer Carl Spitz, in dessen "Hollywood Dog Training School" dressiert und zu Weltruhm gebracht worden, etwa in "The Wizard of Oz", in dem die Hunde-Diva laut Drehbuch eine große und laute Rolle spielte: Sie musste insgesamt 44-mal bellen. Fritz Lang besetzte "Toto" in seinem Drama "Fury" und besprach die Regieanweisungen mit Spitz auf Deutsch, einer Sprache, von der "Toto", wie sie in ihren Memoiren verriet, weder "head nor tail" verstand, was in der Hundewelt wohl bedeutet: "Daraus wird keine Sau schlau."

Tier-Magazin: 40 Millionen Amerikaner haben eine Vogel...
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Tiere, so hatte Hollywood früh erkannt, kamen an beim Kinovolk, also ließ ein Hollywood-Pionier namens Walt Disney, der dieser Tage bekanntlich seinen hundertsten Geburtstag gefeiert hätte, bereits Ende der zwanziger Jahre eine Welt der Tiere zeichnen, in der Mäuse, Enten, Schweine und Hunde menschlich agierten, Blumen sprachen und Bienen im Chor sangen. Andere Tiere machten ebenfalls Karriere: Der Collie "Lassie", klug und treu zugleich, konkurrierte mit einem sprechendem Gaul namens "Mr. Ed" und einer Vielzahl von Vierbeinern, die in Hollywood zu Ruhm kamen: Das Schweinchen "Babe" wurde 1995 sogar für einen Oscar nominiert. Tatsächlich aber teilten sich die Rolle von "Babe" etwa 48 verschiedene Schweine, da die Borstenviecher schneller fett wurden, als die Kameraleute drehen konnten.

Zehn Millionen Dollar jährlich setzt der US-Maler George Rodrigue mit einem von ihm kreierten "Blue dog" ab - eben brachte sein Verlag das achte Werk auf den Markt: "Blue dog in love". Zwei seiner "Blue dog" - Gemälde haben die Bushs sogar im Weißen Haus aufhängen lassen, Der Kopierer-Konzern Xerox zahlte dem Künstler sieben Millionen Dollar für die Nutzung des blauen Hündchens für eine Anzeigenkampagne. "Einfach tierisch", dieser Erfolg, so Rodrigue, der pro Original-Gemälde inzwischen mehr als 250.000 Dollar kassiert.

Zu den Sammlern zählen sowohl TV-Persönlichkeiten wie der News-Moderator Tom Brokaw, wie auch Hollywood-Star Whoopie Goldberg. Denn - wie das restliche Amerika - ist natürlich auch ganz Hollywood in Tiere vernarrt: Hollywood-Reiseführer erzählen den Touristen nicht nur, in welchem Haus Marilyn Monroe Selbstmord verübt hat (12300 Fifth Helen Drive, Brentwood), sondern wie der Pudel hieß ("Mafia"), den ihr - angeblich - Frank Sinatra schenkte. Bei den Trauerfeiern von Jack Lemmon erinnerten Freunde daran, wie sehr der Darsteller seinem Pudel "Chloe" verbunden war, der stets beim Drehen zusah und, wenn er sich langweilte, allein zum Wohnwagen des Stars zurücklief.

Ponkie, Poppel, Piffel, Pinki, Pipsi, Putzi und Kiki - lesen Sie am kommenden Montag (17. Dezember), wie tierisch vernarrt so manche Hollywood-Stars (unter anderen Wolfgang und Maria Petersen, Drew Barrymore, Ralf Möller, Dennis Hopper, Charlize Theron, Kim Basinger) in ihre "Pets" sind.



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