Homosexuelle Nazi-Opfer Mahnmal-Bauarbeiten beginnen

Männerkuss und Frauenkuss: Das Denkmal für Homosexuelle in Berlin soll der von den Nazis verfolgten Schwulen und Lesben gleichermaßen gedenken. Der Entwurf steht jetzt.


Berlin - Dem Baubeginn liegt nun nichts mehr im Weg. Nach langem Streit wurde nun "völliges Einvernehmen" über die Gestaltung des Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen erzielt, sagte heute der Staatsminister für Kultur, Bernd Neumann (CDU).

Ewiger Schwulenkuss: Die Filmsequenz des Denkmals für verfolgte Homosexuelle wird ein küssendes Männerpaar zeigen.
DPA

Ewiger Schwulenkuss: Die Filmsequenz des Denkmals für verfolgte Homosexuelle wird ein küssendes Männerpaar zeigen.

Der Entwurf des Mahnmals zeigt einen Kubus, in dessen Ecke ein Fenster eingeschnitten ist: Hier wird eine wechselnde Videoprojektion zu sehen sein. Als erste Filmsequenz ist ein küssendes Männerpaar geplant, im zweiten Video sollen auch Frauen zu sehen sein - das Denkmal soll der Ausgrenzung von Schwulen und Lesben gleichermaßen gewidmet sein. Der erweiterte Vorschlag des Künstlerduos Elmgreen und Dragset wird der jüngsten Kritik gerecht, die monierte, dass lesbische Frauen nicht bedacht werden. Das Video soll alle zwei Jahre gewechselt werden.

Die Bauarbeiten des Mahnmals für Homosexuelle sollen noch in diesem Jahr beginnen. Die Finanzierung der Gedenkstätte übernimmt die Bundesregierung, der Etat wurde offenbar von 450.000 Euro auf 600.000 Euro erhöht.

bos/ddp



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