Honduras TV-Reporter bei Friseurbesuch erschossen

Der Journalist Edgar Joel Aguilar kritisierte kriminelle Strukturen in Honduras und war Morddrohungen ausgesetzt. Nun ist er während eines Friseurbesuchs in der Stadt La Entrada getötet worden.

Polizeizentrale in Honduras: Der TV-Reporter Edgar Joel Aguilar ist während eines Friseurbesuchs getötet worden
Jorge Cabrera/ REUTERS

Polizeizentrale in Honduras: Der TV-Reporter Edgar Joel Aguilar ist während eines Friseurbesuchs getötet worden


In Honduras ist ein Journalist in einem Friseursalon erschossen worden. Unbekannte betraten Medienberichten zufolge am Samstag das Geschäft in der Stadt La Entrada und feuerten unvermittelt mehrmals auf den Fernsehreporter Edgar Joel Aguilar, der in einem Friseurstuhl saß.

Medien des mittelamerikanischen Landes berichteten unter Berufung auf die Polizei, es habe in der Vergangenheit bereits Morddrohungen gegen Aguilar gegeben - und auch konkrete Mordversuche. Der Journalist hatte demnach kriminelle Strukturen im Land kritisiert.

Der nationale Sender Canal 6, für den Aguilar als Korrespondent in der Region im Westen von Honduras gearbeitet hatte, forderte die Polizei auf, die Tat aufzuklären.

Die Zeitung "El País" schrieb, seit 2001 seien mindestens 78 Medienschaffende in dem Land mit rund neun Millionen Einwohnern getötet worden. Nur ein geringer Anteil der Morde wurde aufgeklärt.

Nach Informationen des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) war im März dieses Jahres bereits ein Fernsehjournalist in Honduras getötet worden. Das Land belegte im jüngsten Pressefreiheitsindex der Organisation "Reporter ohne Grenzen" unter 180 Ländern den 146. Platz. Honduras hat zudem eine der höchsten Mordraten der Welt.

cop/dpa



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