"Sterns Stunde" TV-Journalist und Umweltschützer Horst Stern ist tot

Er gründete mit Bernhard Grzimek die Umweltschutzorganisation BUND und stellte als Journalist radikale Forderungen. Nun ist Horst Stern gestorben.

Horst Stern
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Er war provokant, pointiert und sarkastisch: Als Horst Stern postulierte, dass der Hirsch in den heimischen Wäldern geschossen anstatt geschont werden muss, brachte er am Weihnachtsabend 1971 die ganze Nation gegen sich auf. Horst Stern war Umweltschützer der ersten Stunde und packte als Journalist strittige Themen wie Tierversuche in der Medizin an. Nun starb er im Alter von 96 Jahren in Passau, wie sein Sohn bestätigte.

Im Oktober 1922 in Stettin geboren, brach er die Schule und die nachfolgende Banklehre ab. Nachdem er aus der Kriegsgefangenschaft nach Deutschland zurückgekehrt war, arbeitete er unter anderem für die "Stuttgarter Nachrichten" als Gerichtsreporter (lesen Sie hier ein ausführliches Porträt über den Umweltschützer und Journalisten).

Stern übernahm das Fachmagazin "Yacht" und sollte später für einen anderen Verlag ein Reitbuch schreiben - ohne Boot oder Pferd je nahe gekommen zu sein. Kurzentschlossen machte er seine Segelscheine, kaufte sich ein Boot und blieb dem Wassersport über Jahrzehnte treu. Später nahm er Reitstunden.

Früher Mahner

Als Fernsehjournalist warnte er schon in den Siebzigerjahren mit eindrucksvollen, teils drastischen Filmaufnahmen und Kommentaren vor einem gedankenlosen Umgang mit der Natur und deckte Missstände auf. Seine ARD-Sendung "Sterns Stunde" ist vielen Fernsehzuschauern auch heute noch ein Begriff.

1975 gründete er unter anderem mit Bernhard Grzimek den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. 1984 zog sich Stern aus der aktuellen Berichterstattung zurück, machte aber als freier Schriftsteller auf sich aufmerksam, unter anderem mit "Mann aus Apulien" und "Jagdnovelle".

brs/dpa



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