Nach Streit um Kündigung Hubertus Knabe und Stasi-Gedenkstätte einigen sich

Mit einem Vergleich endet der Streit um den Rauswurf des ehemaligen Direktors der Stasi-Gedenkstätte in Hohenschönhausen. Hintergrund war Hubertus Knabes Umgang mit Belästigungsvorwürfen gegen seinen Stellvertreter.

Haupttor der Stasiopfer-Gedenkstätte in Hohenschönhausen
DPA

Haupttor der Stasiopfer-Gedenkstätte in Hohenschönhausen


Im Streit um die Kündigung des ehemaligen Direktors der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen haben sich Hubertus Knabe und die Stiftung der Gedenkstätte auf einen Vergleich geeinigt. Er sei geschlossen worden, um die "erfolgreiche Arbeit der Gedenkstätte nicht durch langwierige juristische Auseinandersetzungen zu belasten", teilte die Senatsverwaltung für Kultur und Europa am Freitag mit. Über den Inhalt des Vergleichs wurde nichts bekannt.

Knabe war nach einer Affäre um sexuelle Belästigung entlassen worden. Dem Vizedirektor der Gedenkstätte, Helmuth Frauendorfer, wird sexuelle Belästigung von Mitarbeiterinnen vorgeworfen. Der Stiftungsrat, in dem unter anderem der Berliner Senat vertreten ist, kündigte Knabe wegen der Vorwürfe Ende September ordentlich und stellte ihn außerdem für die Dauer der in Auftrag gegebenen internen Untersuchung vorläufig frei.

Dagegen ging Knabe per Kündigungsschutzklage vor. Parallel erwirkte er in einem Eilverfahren, dass er zunächst bis zu seinem regulären Kündigungstermin am 31. März 2019 weiterarbeiten darf. Ende November beriet der Stiftungsrat den inzwischen fertigen Untersuchungsbericht und das weitere Vorgehen angesichts seiner Klagen.

Nach Angaben der Senatsverwaltung für Kultur entschied er dabei, Knabe nun mit sofortiger Wirkung als Direktor und Vorstand zu entlassen. Diverse Rechtsverstöße, die zugleich auch Pflichtverletzungen des Vorstands darstellten, sowie die "Zerrüttung" des Vertrauensverhältnisses ließen keine andere Wahl. Zugleich legte der Stiftungsrat Rechtsmittel gegen die von Knabe erwirkte Gerichtsentscheidung ein.

Vor diesem Hintergrund entschied das Landgericht wiederum, die von Knabe erwirkte einstweilige Anordnung auf Rückkehr an seinen Arbeitsplatz vorläufig außer Kraft zu setzen. Der Stiftungsrat habe "glaubhaft" gemacht, dass er Knabes Entlassung aufgrund der Ergebnisse des Untersuchungsberichts beschlossen habe. Er habe auch erklärt, die Mitarbeiterinnen hätten weiterhin "große Angst" vor dem Antragsteller.

Die Richter kamen nach eigenen Angaben deshalb zu dem Ergebnis, dass es in allseitigem Interesse und zudem zumutbar für Knabe sei, zunächst nicht an seinen Arbeitsplatz zurückzukehren. Dies gelte so lange, bis über den Widerspruch der Stiftung gegen die von Knabe erwirkte gerichtliche Erlaubnis entschieden sei.

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen befindet sich im berüchtigten früheren Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit (Stasi) der DDR, das diese von 1951 bis 1989 betrieb. In der Anstalt waren insbesondere politische Gefangene inhaftiert. Viele wurden körperlich und seelisch gefoltert.

Im Video: Das Ende des Spitzelimperiums - Sturm auf die Stasizentrale

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feb/AFP

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