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27. Mai 2019, 14:31 Uhr

Nach der Ibiza-Affäre

Vengaboys treten vor Kanzleramt in Wien auf

Die Regierungskrise in Österreich hat den mehr als 20 Jahre alten Partyhit "We're Going to Ibiza" der Vengaboys an die Spitze der iTunes-Charts in Österreich gehievt. Nun kommt die Band zur FPÖ-kritischen Donnerstagsdemo.

Seit dem Antritt von Österreichs Regierungskoalition aus ÖVP und der rechtpopulistischen FPÖ war es in Wien immer wieder zu den sogenannten Donnerstagsdemos gekommen. Die Protestierenden wollen auf rassistisch, antisemitisch und fremdenfeindlich empfundenen Positionen der FPÖ aufmerksam machen.

Für die 32. Ausgabe des "Es ist wieder Donnerstag"-Protests kündigt sich in Wien ein besonderer Act an: die niederländische Band Vengaboys. Am kommenden Donnerstag wird die Band vor dem Bundeskanzleramt in Wien auftreten.

Deren Hit "We're Going to Ibiza" aus den Neunzigern hatte es nach dem Auftauchen des "Ibiza-Videos" in der vergangenen Woche zu neuer Popularität gebracht. Erst Mitte der vergangenen Woche hatte es die Eurodancehymne auf Platz eins der iTunes-Charts in Österreich geschafft. "Eine Kurze Amtszeit verdient einen würdigen Abschluss. Und es gibt eine einzige Band auf der Welt, die für diesen Anlass als 'würdig' bezeichnet werden könnte", heißt es auf der Facebook -Seite von "Do-Date" zum Auftritt der Vengaboys.

"Es lag auf der Hand, die Vengaboys einzuladen und ihnen ihren David-Hasselhoff-Moment (Anm.: Berliner Mauer) zu bescheren", zitiert der österreichische Sender Radio FM4 den "Do"-Demo-Mitorganisator, Can Gülcü. Man habe die Band nicht lange überzeugen müssen, so Gülcü, auch wenn sie sonst nicht politisch aufträten. Sie wollten auf die Demo kommen und fänden es cool, dass ihr Song zur Hymne (Anm.: des Ibiza-Skandals) geworden ist.

Die Regierungskrise in Wien wurde durch ein Video ausgelöst, das den bisherigen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zeigt, wie er vor der Wahl von 2017 auf Ibiza einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte Staatsaufträge für Wahlkampfhilfe in Aussicht stellte. Strache war daraufhin als Vizekanzler und FPÖ-Parteichef zurückgetreten, Neuwahlen wurden ausgerufen. Am Montag musste sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) einem Misstrauensvotum stellen.

brs

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