Nach der Ibiza-Affäre Vengaboys treten vor Kanzleramt in Wien auf

Die Regierungskrise in Österreich hat den mehr als 20 Jahre alten Partyhit "We're Going to Ibiza" der Vengaboys an die Spitze der iTunes-Charts in Österreich gehievt. Nun kommt die Band zur FPÖ-kritischen Donnerstagsdemo.

Die Vengaboys: Vor mehr als 20 Jahren schufen sie mit "We're Going to Ibiza" eine Eurodancehymne, das Foto stammt von 2001
DPA

Die Vengaboys: Vor mehr als 20 Jahren schufen sie mit "We're Going to Ibiza" eine Eurodancehymne, das Foto stammt von 2001


Seit dem Antritt von Österreichs Regierungskoalition aus ÖVP und der rechtpopulistischen FPÖ war es in Wien immer wieder zu den sogenannten Donnerstagsdemos gekommen. Die Protestierenden wollen auf rassistisch, antisemitisch und fremdenfeindlich empfundenen Positionen der FPÖ aufmerksam machen.

Für die 32. Ausgabe des "Es ist wieder Donnerstag"-Protests kündigt sich in Wien ein besonderer Act an: die niederländische Band Vengaboys. Am kommenden Donnerstag wird die Band vor dem Bundeskanzleramt in Wien auftreten.

Deren Hit "We're Going to Ibiza" aus den Neunzigern hatte es nach dem Auftauchen des "Ibiza-Videos" in der vergangenen Woche zu neuer Popularität gebracht. Erst Mitte der vergangenen Woche hatte es die Eurodancehymne auf Platz eins der iTunes-Charts in Österreich geschafft. "Eine Kurze Amtszeit verdient einen würdigen Abschluss. Und es gibt eine einzige Band auf der Welt, die für diesen Anlass als 'würdig' bezeichnet werden könnte", heißt es auf der Facebook -Seite von "Do-Date" zum Auftritt der Vengaboys.

"Es lag auf der Hand, die Vengaboys einzuladen und ihnen ihren David-Hasselhoff-Moment (Anm.: Berliner Mauer) zu bescheren", zitiert der österreichische Sender Radio FM4 den "Do"-Demo-Mitorganisator, Can Gülcü. Man habe die Band nicht lange überzeugen müssen, so Gülcü, auch wenn sie sonst nicht politisch aufträten. Sie wollten auf die Demo kommen und fänden es cool, dass ihr Song zur Hymne (Anm.: des Ibiza-Skandals) geworden ist.

Die Regierungskrise in Wien wurde durch ein Video ausgelöst, das den bisherigen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zeigt, wie er vor der Wahl von 2017 auf Ibiza einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte Staatsaufträge für Wahlkampfhilfe in Aussicht stellte. Strache war daraufhin als Vizekanzler und FPÖ-Parteichef zurückgetreten, Neuwahlen wurden ausgerufen. Am Montag musste sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) einem Misstrauensvotum stellen.

brs

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insgesamt 3 Beiträge
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sternenguckerle 27.05.2019
1. People from Ibiza
"People from Ibiza" von Sandy Marton mit der schönen Zeile "Ibiza wonderland" wäre auch ein heißer Anwärter gewesen, um die kurze Amtszeit zu feiern.
dasbeau 27.05.2019
2. IHR Song?
Man hätte vielleicht mal kurz darauf hinweisen können, dass das Original von Typically Tropical aus dem Jahr 1975 stammt und es darin eigentlich um Barbados und nicht Ibiza geht.
To We 27.05.2019
3. Böhmermann
Lieber Spiegel, es sollte darauf hingewiesen werden, dass das ganze auf Initiierung Jan Böhmermanns passiert, nachzulesen auf seiner Twitter Seite oder in der aktuellen Podcastfolge "Fest und Flauschig". https://twitter.com/janboehm/status/1131477280029642753 in dem Posting verwendet Böhmermann denselben Wortlaut wie der Demo-Organisator (Can Gülcü): "Die @vengaboys MÜSSEN in Wien auftreten, damit Österreich ?? 30 Jahre nach dem Mauerfall endlich auch seinen ganz persönlichen David-Hasselhoff-Moment bekommt! ?" Böhmermanns Rolle sollte auch hier gewürdigt werden.
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