Neuer Job für Moghtadi Iran ernennt erstmals Frau zur Theater-Intendantin

35 Jahre nach der Revolution in Iran soll dort erstmals eine Frau ein Theater leiten. Das Kultusministerium ernannte die Regisseurin Parisa Moghtadi zur Intendantin der größten Bühne in der Hauptstadt Teheran.

Regisseurin Parisa Moghtadi: Erste Intendantin in der Geschichte Irans
DPA/ Mehr News Agency

Regisseurin Parisa Moghtadi: Erste Intendantin in der Geschichte Irans


Teheran - Seit der Revolution 1979 haben nur Männer die Theater in Iran geprägt, das soll sich nun ändern. Das Kultusministerium hat mit der Regisseurin Parisa Moghtadi erstmals eine Frau zu einer Theater-Intendantin in der islamischen Republik ernannt. Die 43-Jährige soll künftig das Stadttheater in der Hauptstadt Teheran leiten, wie die iranische Nachrichtenagentur Mehr meldete.

Moghtadi ist in der iranischen Kulturszene eine Größe: Nach einem Diplom in Stadtplanung studierte sie an der Kunstuniversität in Teheran Theaterwissenschaften und inszenierte danach eigene Bühnenstücke. Zudem arbeitete sie vier Jahre lang als stellvertretende Intendantin des Stadttheaters, wo sie der Agentur zufolge auch für die Programm-Direktion und die Koordination zuständig war. Derzeit läuft in Teheran das von ihr selbst geschriebene Schauspiel "Pause ohne Pause".

Irans Präsident Hassan Rohani hatte nach seinem Amtsantritt im August vergangenen Jahres versprochen, dass Frauen während seiner Regierungszeit auch Führungspositionen einnehmen würden. Bislang sind drei seiner Vizepräsidenten Frauen - in Iran sollen jedoch auch noch immer Frauenrechtsaktivistinnen im Gefängnis sitzen.

mxw/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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tripler 05.05.2014
1. Das ist eine sehr schöne Entwicklung
, allerdings gibt es im Iran noch einige andere erfolgreiche Frauen, die es trotz Einschränkungen seitens des Staates es auch in hohen Regierungsämtern geschafft haben: http://tinyurl.com/women-iran Unteranderem wäre da die Vize Präsidentin und Leiterin der Behörde für Umweltfragen Masoumeh Ebtekar zu nennen die vor kurzem als erste Frau den Energy Globe Foundation award bekommen hat.
alexanderlord 06.05.2014
2. Solche Entwicklungen gibt es schon länger in Iran
Das erinnert mich daran, wie während der Amtszeit von Dr. Mahmud Ahmadinedschad das erste Mal in der Geschichte der Islamischen Republik eine Ministerin ernannt wurde. Das war aber damals kein Artikel Wert, man bekam in der deutschen Berichterstattung gar nichts zu hören, und deshalb bekommt man nun fälschlicherweise das Gefühl, dass solche Entwicklungen im Hinblick auf die Frau nur unter Rohani stattfinden oder auf Druck des Westens (was natürlich nicht der Fall ist: Wer sich an Ahmadinejad erinnert, der weiß, dass dieser sich vom Westen am wenigsten etwas sagen ließ). Es hatte damals einfach nicht in das Bild des bösen Ahmadinedschads gepasst, das über Jahre konstruiert wurde, aber es ist und bleibt ein Fakt, dass es solche Entwicklungen im Hinblick auf die Frau in Iran schon länger gibt. Eine solche Entwicklung ist absolut zu begrüßen. Man sollte aber auch eines nicht vergessen: Auch in Deutschland änderte sich die gesellschaftliche Rolle der Frau nicht von einem Tag auf den anderen und das kann man von keinem anderen Staat erwarten.
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