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29. August 2019, 21:57 Uhr

Satiriker

Böhmermann will SPD-Chef werden

Willy Brandt sei ihm im Traum erschienen - deshalb will Satiriker Jan Böhmermann nun für den SPD-Vorsitz kandidieren. Die Zeit ist knapp, die Hürden hoch, aber die Kampagne läuft.

Die SPD sucht händeringend einen neuen Vorstand, viele mögliche Kandidaten lehnen eine Bewerbung ab. Nun hat der Satiriker Jan Böhmermann in seiner Show "Neo Magazin Royale" angekündigt, SPD-Chef werden zu wollen. Willy Brandt sei ihm im Traum erschienen und habe ihm gesagt: "Du musst es machen, der Olaf (Scholz) ist 'ne Pfeife."

Es könne juristische Schwierigkeiten geben, sagte er. Aber: "Ich, Jan Böhmermann, möchte Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands werden." An die Adresse der Parteimitglieder sagte der Entertainer: "Ich bin bereit, die SPD zu retten, wenn Ihr mir dabei helft."

Seine Kampagne habe den Hashtag #neustart19, die Website den Namen neustart19.de. Jedoch müsse er noch drei Herausforderungen bewältigen, schreibt der 38-Jährige auf der Website: "1. Formell muss die Kandidatur für den Parteivorsitz bis Sonntag um 18 Uhr eingereicht sein. 2. Ich brauche bis dahin die Unterstützung von fünf SPD-Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband. 3. Ich brauche bis dahin eine gültige Mitgliedschaft in der SPD."

"Wir haben jetzt nur noch 70 Stunden Zeit"

"Wenn die Sozialdemokratische Partei Deutschlands tatsächlich die effiziente Demokratiemaschine ist, für die ich sie halte, muss es doch möglich sein, die Formalitäten für meine Kandidatur innerhalb von drei Tagen zu erledigen", schrieb Böhmermann auf seiner Kampagnen-Website. In der ZDFneo-Sendung zeigte er sich aber etwas zurückhaltender: "Ich weiß nicht, ob es klappt. Wir haben jetzt nur noch 70 Stunden Zeit", sagte er zu seinem Studiogast Aurel Mertz.

Die Bewerbungsfrist für die Nachfolge von Andrea Nahles als Parteivorsitzende läuft an diesem Sonntag ab. Bislang hat der Wahlvorstand der SPD laut einem Parteisprecher bei fünf Kandidatenduos die nötige Unterstützung anerkannt: Scholz und die Brandenburger Landtagsabgeordnete Klara Geywitz; Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping; Europa-Staatsminister Michael Roth und die ehemalige nordrhein-westfälische Familienministerin Christina Kampmann; die beiden Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer; sowie die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und der Ver.di-Chefökonom Dierk Hirschel.

kko/dpa

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