Satiriker Böhmermann will SPD-Chef werden

Willy Brandt sei ihm im Traum erschienen - deshalb will Satiriker Jan Böhmermann nun für den SPD-Vorsitz kandidieren. Die Zeit ist knapp, die Hürden hoch, aber die Kampagne läuft.

Jan Boehmermann
Ben Knabe/ ZDF

Jan Boehmermann


Die SPD sucht händeringend einen neuen Vorstand, viele mögliche Kandidaten lehnen eine Bewerbung ab. Nun hat der Satiriker Jan Böhmermann in seiner Show "Neo Magazin Royale" angekündigt, SPD-Chef werden zu wollen. Willy Brandt sei ihm im Traum erschienen und habe ihm gesagt: "Du musst es machen, der Olaf (Scholz) ist 'ne Pfeife."

Es könne juristische Schwierigkeiten geben, sagte er. Aber: "Ich, Jan Böhmermann, möchte Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands werden." An die Adresse der Parteimitglieder sagte der Entertainer: "Ich bin bereit, die SPD zu retten, wenn Ihr mir dabei helft."

Seine Kampagne habe den Hashtag #neustart19, die Website den Namen neustart19.de. Jedoch müsse er noch drei Herausforderungen bewältigen, schreibt der 38-Jährige auf der Website: "1. Formell muss die Kandidatur für den Parteivorsitz bis Sonntag um 18 Uhr eingereicht sein. 2. Ich brauche bis dahin die Unterstützung von fünf SPD-Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband. 3. Ich brauche bis dahin eine gültige Mitgliedschaft in der SPD."

"Wir haben jetzt nur noch 70 Stunden Zeit"

"Wenn die Sozialdemokratische Partei Deutschlands tatsächlich die effiziente Demokratiemaschine ist, für die ich sie halte, muss es doch möglich sein, die Formalitäten für meine Kandidatur innerhalb von drei Tagen zu erledigen", schrieb Böhmermann auf seiner Kampagnen-Website. In der ZDFneo-Sendung zeigte er sich aber etwas zurückhaltender: "Ich weiß nicht, ob es klappt. Wir haben jetzt nur noch 70 Stunden Zeit", sagte er zu seinem Studiogast Aurel Mertz.

Die Bewerbungsfrist für die Nachfolge von Andrea Nahles als Parteivorsitzende läuft an diesem Sonntag ab. Bislang hat der Wahlvorstand der SPD laut einem Parteisprecher bei fünf Kandidatenduos die nötige Unterstützung anerkannt: Scholz und die Brandenburger Landtagsabgeordnete Klara Geywitz; Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping; Europa-Staatsminister Michael Roth und die ehemalige nordrhein-westfälische Familienministerin Christina Kampmann; die beiden Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer; sowie die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und der Ver.di-Chefökonom Dierk Hirschel.

kko/dpa



insgesamt 48 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
maneater 29.08.2019
1. Wo liegt der Unterschied zwischen Jan Boehmermann und Gesine Schwan
Gesine Schwan hat Kohlrollen auf dem Kopf; keine zu haben muss nicht hinderlich sein fuer eine Kandidatur. Also los gehts Jan Boehmermann!
Andre V 29.08.2019
2.
Als SPD-Chef gibts aber viel weniger Geld als bei ARD&ZDF.
Teelicht 29.08.2019
3. Satiriker haben in der Politik nichts zu suchen
Die Aufmerksamkeit für die SPD durch diese Aktion ist nicht schlecht. Wenn die SPD klever ist, macht sie erst mal einen Mitgliedsantrag und lässt ihn dann doch für die Teilnahme zur Wahl zum Vorsitz "überraschend" scheitern. Ob er diese Mitgliedschaft dann medienwirksam wieder aufkündigt? Semsrott und Böhmermann sind für mich beide Zeichen der Resignation in der Bevölkerung. Mit konstruktiver Lösung, welche die Politik braucht, haben beide nichts zu tun. Witze können sie im Fernsehen machen.
St.Baphomet 29.08.2019
4. Da seh ich kein Problem
Schlimmer als bei den letzten SPD-Vorsitzenden kann es es im Grunde kaum werden. Denke ich an den CDU-Mann im Parteivorsitz Helmut Schmidt wird mir jetzt noch übel. Rudolf Scharping? Von dem wird sogar meinem Badewasser noch übel. Ist dies hier nun Satire? Oder "Soziale Gerechtigkeit" ? Frage ich mich bei jeder Wahl. Falls man denn eine hat, wenn ich mir diese traurige Folge an Grokos ansehe die unser Land langsam aber sicher ruinieren. Pispers als Kanzler. Böhmermann als Berater.
berno_h 29.08.2019
5. ein ja für jan
es ist die erste kandidatur für den spd-vorsitz, die einen neuanfang nicht nur verspricht, sondern bei entsprechender wahl auch garantieren kann.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.