Sotheby's Versteigerung Jane Austens Lästerbrief bringt 184.000 Euro

Die Autorin des Klassikers "Stolz und Vorurteil" mochte Satire. Das bezeugt ein Brief an eine ihrer Lieblingsnichten, der nun bei Sotheby's versteigert wurde.

Jane Austen auf einem Familienporträt
Getty Images

Jane Austen auf einem Familienporträt


"Fräulein Jane Austen bittet darum, ihren besten Dank an Mrs. Hunter von Norwich ausrichten zu lassen." So beginnt der Brief, den Austen an ihre Lieblingsnichte Anna Lefroy schickte, nachdem beide "Lady Maclairn, the Victim of Villany", die 1806 erschienene Gruselgeschichte von Rachel Hunter, gelesen hatten.

Das Dokument gilt als Hochkaräter unter drei Fragmenten der Korrespondenz zwischen Austen und Lefroy, die nun von Jane Austens Nachkommen zur Auktion gebracht wurden. Der Schätzpreis bei Sotheby's lag bei 100.000 Pfund, ungefähr 113.000 Euro. Nun ist der Brief für 162.500 Pfund versteigert worden, ungefähr 184.000 Euro.

In dem dreiseitigen Schriftstück vom Oktober 1812, das wie eine Notiz an Hunter verfasst ist, parodiert Jane Austen laut Guardian deren melodramatischen Stil. Sie gibt vor, Hunters "furchtbar ermüdende Gothic Novel" zu loben. Austen, deren Todestag sich am 18. Juli zum 200. Mal jährt, fabuliert darin, "Tränen über jede der süßen Szenen" vergossen zu haben - für den Leser besteht indes kein Zweifel, dass dies vor allem Lachtränen gewesen sein müssen.

Gabriel Heaton, Spezialist für Bücher und Manuskripte bei Sotheby's, erklärte, dass der Brief ein bedeutendes Dokument sei: "Obwohl der Inhalt bekannt war, hatten die Gelehrten den Brief bislang nicht zu Gesicht bekommen - wie aufregend, dass er jetzt verfügbar ist!"

bsc/dpa

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