Japan Star-Architekt Kenzo Tange gestorben

Er gilt als Baumeister des modernen Japan und gestaltete das vom Krieg zerstörte Hiroshima neu. Kenzo Tange, einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts, ist jetzt im Alter von 91 Jahren gestorben.

In seiner langen Karriere erhielt er zahllose Auszeichnungen und Preise, darunter 1987 den renommierten Pritzker-Architektur-Preis. Der Name Kenzo Tange steht für die Modernisierung Japans nach dem Zweiten Weltkrieg. Internationale Anerkennung erhielt Tange erstmals 1946, als er einen Bauplan für die von der Atombombe zerstörte Stadt Hiroshima vorlegte. Unter anderem errichtete er genau an dem Ort, wo die Bombe abgeworfen worden war, ein Museum.

Kenzo Tanges Baustil, der eine Mischung aus japanischer und westlicher Ästhetik darstellt, prägt das Gesicht von Städten auf der ganzen Welt. Tange hat das Erscheinungsbild italienischer Städte beeinflusst, die Skyline von Singapur mit gestaltet und die Sportanlagen für die Olympischen Spiele in Tokio 1964 errichtet.

Der Baumeister wurde 1913 in Osaka geboren und machte 1938 seinen Abschluss an der Universität in Tokyo. Bei seiner Arbeit, so sagte er einmal der Agentur Reuters, beeinflussten ihn besonders der Renaissance-Meister Michelangelo und der deutsch-amerikanische Designer Walter Gropius.

Sein eigenes Zuhause jedoch hat Tange nicht selbst gebaut. Die Pläne für die 200-Quadratmeter-Wohnung in der japanischen Hauptstadt Tokio sind von fremder Hand gezeichnet worden. "Mein eigenes Haus wollte ich nicht selbst entwerfen", so der Architekt, "meine Frau und meine Kinder hätten sich sonst bei mir beschweren können."

Wie seine Familie jetzt bekanntgab, starb Tange im Alter von 91 Jahren an Herzversagen.